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Partizipation und die Evolution von Organisationen

Seit einiger Zeit sorgt das Buch „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux für Aufmerksamkeit, da es eine neuartige Sichtweise bzgl. der Evolution von Organisationen verspricht. Gleichzeitig bereitet es mir aber auch etwas Unbehagen, da es teilweise quasi-religiöse Züge trägt und mir als Atheist sprachlich den Zugang zu gewissen Ableitungen erschwert.

Doch der Reihe nach.

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Unternehmensdemokratie und Sprache, Teil 2

Der erste Teil meines Dialogs mit Conny Dethloff über Unternehmensdemokratie und Sprache hat interessante Reaktionen hervorgerufen: Manch einer beschwerte sich über die mangelnde praktische Bedeutung unseres Dialogs, andere bezeichneten mich, Andreas, als „Intellektuellen am Abgrund zur Nichtigkeit“ – vielleicht auch deshalb, weil das alles nicht neu sei (was wieder mal niemand behauptet hat). Höchst interessant und auch irgendwie amüsant, wie eine simple Reflexion über den Gebrauch von Sprache im Kontext des Begriffs Unternehmensdemokratie Emotionen hochkochen lässt. Schließlich liegt Bedeutung genauso im Geiste des Lesers, wie Schönheit in den Augen des Beobachters. Die mantrahaft wiederholten, generalisierenden Aussagen sind dabei ebenso polemisch und falsch, wie die Verallgemeinerung, Demokratie in Firmen gehe nicht. Da hilft dann eben doch ein wenig Nachdenken über Sprachmuster und -gebrauch. Universalquantoren wie „immer“, „dauernd“, „niemals“ und so weiter sind – cave: nicht immer – aber oft, wenn nicht meistens sachlich falsch. „Demokratie in Firmen geht nicht“ ist eine solche Aussage, die sich durch einen einzigen Fall widerlegen lässt. Ganz so, wie ein einziger schwarzer Schwan die These, alle Schwäne seien weiß, sofort widerlegt. Also an alle, die sich gerne aufregen: Dies hier ist ein rezeptfreier Raum. Wer Checklisten braucht, um für sich Bedeutung zu erzeugen, oder ernsthaft glaubt, ein Text müsse für alle Neuigkeitswert haben, sollte JETZT diese Seite verlassen.

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Unternehmensdemokratie und Sprache, Teil 1

Im Rahmen einer Diskussion des Autorenteams über einen neuen Blogpost ergab sich die Idee zu diesem Beitrag. Conny und Andreas setzten sich mit der Frage auseinander, inwiefern es für einen konstruktiven Diskurs sinnvoll ist, Fachbegriffe zu nutzen: Sind Begriffe wie “Unternehmensdemokratie” eher nützlich, um ein Verständnis der erfolgreichen Führung und Gestaltung von Unternehmen zu erzielen? Oder sind solche Begriffe eher hinderlich, weil Menschen dazu neigen, sich hinter ihnen zu verstecken? Brauchen wir überhaupt solche Begriffe und die damit verbundenen Konzepte?

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Schlaraffenland

Ist Unternehmensdemokratie eine verantwortungslose Utopie?

Im Wirtschaftsmagazin „enorm“ veröffentlichte Reinhard Sprenger einen ebenso überraschenden wie absolut erwartbaren Artikel: „Demokratie in Firmen geht nicht„. Ein Titel, ebenso prägnant wie riskant. Denn er beinhaltet eine Behauptung, die zu beweisen ist, wenn sie mehr als bloße subjektive Meinungsmache sein soll. Aber das Beste kommt erst danach im Teaser zum Artikel: „Demokratie in Unternehmen – wer diese Utopie fordert, lässt sich von seiner Gesinnung leiten, handelt aber nicht verantwortlich.“ Darin fällt mir zweierlei auf: Erstens die Diskreditierung eines aus der unternehmerischen Praxis nachweisbaren Führungskonzepts als „Utopie“. Zweitens die – freundlich formuliert – fragwürdige Feststellung, wer diese Utopie fordere, handele unverantwortlich. Angriff, so scheint es, ist die beste Verteidigung.

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Partizipation

Warum ist Partizipation wichtig?

„Wir waren ja eigentlich schon mal lauter und weiter“, sagte die ältere Dame neben mir halblaut, aber mit Nachdruck, „in Sachen Partizipation damals in den 70ern.“ Ich schmunzelte. Spontan dachte ich an Janis Joplin, Flower Power, freie Liebe und Revolution. An die riesige Sonnenbrille meiner Mutter, an die quietschbunten Hosen und knallkurzen Röcke.

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Konferenz - Die digitale Zukunft der Supply Chain

Business Intelligence und die digitale Reise von OTTO

Digitalisierung ist derzeit in aller Munde. Viele Unternehmen suchen ihr Glück in Daten und Automatisierung. Auch bei OTTO stellen wir uns die Frage, wie wir uns den technologischen Fortschritt zunutze machen können, um unser Business optimal am Markt auszurichten und den Markt in unserem Sinne zu gestalten.

In genau diesem Kontext bin ich am 23. und 24. Mai 2016 auf die Konferenz Die digitale Zukunft der Supply Chain in Düsseldorf als Referent eingeladen. Dort werde ich den Stand und die Zielsetzung der digitalen Reise von OTTO im Kontext Business Intelligence vorstellen. Auf dieser Konferenz gehe ich im Rahmen eines Vortrages auf Themen ein, die nachfolgend kurz anreißen werde.

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Divergierende Interessen führen zu besserer Entscheidung

Wenn in einer Gruppe unterschiedliche Interessen vorliegen, führt das zu besseren Ergebnissen, als wenn zu viel Einigkeit herrscht. Das mag viele überraschen. Denn Streit ist vorprogrammiert, man verschwendet Zeit mit ärgerlichen Verhandlungen darüber, was wichtig und richtig ist. Wie kann das zu einer besseren Entscheidung führen? Die Antwort haben Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin und der London School of Economics (LSE) herausgefunden. Und zwar an verschiedenen Gruppen von Erdmännchen. Die Ergebnisse sind zunächst wider den gesunden Menschenverstand, aber nach kurzem Mit-Denken durchweg logisch und nachvollziehbar.

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LKB These

Diskussion über Unternehmensdemokratie

Vor ein paar Tagen fragte mich Ralf Volkmer von der Learning Factory, ob ich Lust hätte, auf der Lean Knowledge Base (LKB) einen kurzen, pointierten Beitrag zu posten, um dort eine Diskussion über Unternehmensdemokratie zu entfachen. Aber klar doch, natürlich machte ich das. In diesem Post findet Ihr das Ergebnis zweier paralleler Diskussionsstränge: Einer hat direkt auf der Lean Knowledge Base stattgefunden, ein anderer bei Facebook. Viel Spaß!

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Liberty Leading the People. 1830. Oil on canvas, 260 x 325 cm.

Unternehmensführung durch Mikromanagement

Neulich zuhause. Abends. Irgendwie keine Lust mehr zu arbeiten, hatte schon genug getan, ein kreatives Päuschen stand an. Wobei: So richtig kreativ war ich auch nicht mehr. Mir war eher nach konsumieren zumute. Und so scrollte ich durch das Streaming-TV Angebot und blieb immer wieder bei einer Komödie aus dem Jahr 2015 mit Robert DeNiro hängen: „Man lernt nie aus.“ Vielleicht auch, weil ich mir intuitiv etwas davon versprach. Und tatsächlich: Nachdem ich die Glotze schon längst ausgeschaltet hatte und meine Gebiss (noch das naturgegebene) mit einer stark vibrierenden elektrischen Zahnbürste (das ist Fortschritt) für die Nacht auf glänzenden Vordermann brachte, kam mir die Idee zu diesem Beitrag: Der Film ist gerade für Unternehmensdemokraten und solche, die es werden wollen, ein lohnenswerter Zeitvertreib. Er macht nämlich klar, wie idiotisch das Modell einer alles steuernden Geschäftsführung ist, das Bild des gottgleichen Patriarchs, auch wenn er sich ebenso zeitgemäß wie opportunistisch in der Hülle einer jungen adretten Frau versteckt und einen Beitrag zur Quotenregelung leistet.

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DLR Teilnehmer (1)

Doku_ Deutschlandradio Lesart 10_2015 #2

Ende Dezember 2015 veröffentlichte Franziska Köppe hier im Blog Ihre Sichtweise auf meine Teilnahme bei der Radiosendung Lesart des Deutschlandradio Kultur. Da Demokratie von Perspektivenvielfalt lebt, gibt es jetzt hier noch meinen Rückblick auf die damalige Veranstaltung, denn da gab es einiges DENKwürdiges an Beiträgen. Sowohl von den anderen Gästen Rüdiger Jungbluth wie Jens Dirksen.

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