Brexit - Parachute & Flag

Brexit und seine Bedeutung für Unternehmensdemokratie

Der Brexit ist ein historisches Ereignis mit weitreichenden Folgen, die niemand genau überblickt. Zu komplex sind die Wirkungsgefüge, in denen sich knapp 52% der Briten für den Austritt aus der EU entschieden haben. Allerdings reicht der gesunde Menschenverstand, um zu erkennen, das Demokratie in Form des durchgeführten Referendums augesprochen fraglich war und ist. Mich bewegen dabei vor allem zwei Sachverhalte: Erstens das EntscheidungsDesign und zweitens die demografischen Daten der jeweiligen Entscheidungslager. Beides gibt Anlass zu einer kritischen Reflexion demokraticher Mechanismen, die natürlich auch eine Bedeutung für die Demokratisierung der Arbeit haben.

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Unternehmensdemokratie und Scrum

Scrum* hat in den letzten Jahren vor allem als agile und selbstorganisierende Methode der Softwareentwicklung einen regelrechten Siegeszug angetreten (siehe dazu auch den Wikipedia-Eintrag). Land auf, Land ab finden Scrumtrainings statt und es gibt seit einiger Zeit sogar Unternehmen, die die gesamte Unternehmensführung mit Scrum organisieren. Deshalb habe ich mit Heiko Bartlog, den ich schon seit geraumer Zeit kenne und schätze und der über ein gerütteltes Maß an Erfahrung mit Scrum verfügt, über die Zusammenhänge von Scrum und Unternehmensdemokratie gesprochen.

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Unternehmensdemokratie wird in den USA diskutiert

Vor einiger Zeit bekam ich über Facebook einen Hinweis auf eine kurze Diskussion eines unternehmensdemokratischen Konzepts in den USA. Mittlerweile ist eines der bekanntesten, wenngleich keineswegs langjährigsten demokratisch aufgestellten Unternehmen auch in den amerikanischen Medien angekommen: Die Haufe umantis AG. Kein Wunder, so emsig wie das Unternehmen die eigenen Führungskräftewahlen auf der Klaviatur der medialen Selbstvermarktung spielt. Natürlich ist es ein echter Hingucker, wenn in einem Unternehmen nicht nur das mittlere Management gewählt wird, sondern sogar der CEO. Das wirkt überraschend und ist wohl gerade in den USA für einige Leute dort besonders verstörend. Was meine These stützt, dass wir von dort eben gerade keine sozialen Innovationen erwarten dürfen. Dass das TV Moderatorenteam konservativ denkt, überrascht nicht, aber dass ein Fellow der Stanford University nicht einmal über den Tellerrand des traditionellen Führungsverständnisses hinausdenkt, ist ernüchternd. Oder aber ermutigend, könnte es doch heißen, dass andere Länder progressiver sind…

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Würfel

Erfolg macht unfair

Die Demokratisierung der Arbeit hat auch etwas mit dem menschlichen Wunsch nach Gerechtigkeit und Fairness zu tun. Wer möchte schon freiwillig übervorteilt, absichtsvoll belogen, beschummelt oder gar betrogen werden? Erfahrungsgemäß ist aber genau das ein Teil des normalen Arbeitslebens. Natürlich nicht für jedermann und -frau, tagtäglich in allen Situationen. Aber es ist etwas, was wir immer wieder beobachten können und was viele schon selbst unangenehm bis leidvoll erlebt haben. Nun veröffentlichten  die beiden israelischen Wissenschaftler Amos Schurr von der Ben-Gurion Universität und Ilana Ritov von der Hebräischen Universität Jerusalem im Februar 2016 die Ergebnisse einer Studie, die gerade im Kontext „Arbeit“ zu denken geben.

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Management Circle

Technologische Singularität und Unternehmensdemokratie

Ich habe im Beitrag Business Intelligence und die digitale Reise von OTTO bereits berichtet, dass ich auf der Konferenz „Die digitale Zukunft der Supply Chain“, die in Düsseldorf am 23. und 24. Mai 2016 stattfand, über den Kulturwandel bei OTTO im Zusammenhang mit Business Intelligence berichte. Heute möchte ein Resümee zu der Konferenz und insbesondere zu meinem Vortrag ziehen.

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Partizipation und die Evolution von Organisationen

Seit einiger Zeit sorgt das Buch „Reinventing Organizations“ von Frederic Laloux für Aufmerksamkeit, da es eine neuartige Sichtweise bzgl. der Evolution von Organisationen verspricht. Gleichzeitig bereitet es mir aber auch etwas Unbehagen, da es teilweise quasi-religiöse Züge trägt und mir als Atheist sprachlich den Zugang zu gewissen Ableitungen erschwert.

Doch der Reihe nach.

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Unternehmensdemokratie und Sprache, Teil 2

Der erste Teil meines Dialogs mit Conny Dethloff über Unternehmensdemokratie und Sprache hat interessante Reaktionen hervorgerufen: Manch einer beschwerte sich über die mangelnde praktische Bedeutung unseres Dialogs, andere bezeichneten mich, Andreas, als „Intellektuellen am Abgrund zur Nichtigkeit“ – vielleicht auch deshalb, weil das alles nicht neu sei (was wieder mal niemand behauptet hat). Höchst interessant und auch irgendwie amüsant, wie eine simple Reflexion über den Gebrauch von Sprache im Kontext des Begriffs Unternehmensdemokratie Emotionen hochkochen lässt. Schließlich liegt Bedeutung genauso im Geiste des Lesers, wie Schönheit in den Augen des Beobachters. Die mantrahaft wiederholten, generalisierenden Aussagen sind dabei ebenso polemisch und falsch, wie die Verallgemeinerung, Demokratie in Firmen gehe nicht. Da hilft dann eben doch ein wenig Nachdenken über Sprachmuster und -gebrauch. Universalquantoren wie „immer“, „dauernd“, „niemals“ und so weiter sind – cave: nicht immer – aber oft, wenn nicht meistens sachlich falsch. „Demokratie in Firmen geht nicht“ ist eine solche Aussage, die sich durch einen einzigen Fall widerlegen lässt. Ganz so, wie ein einziger schwarzer Schwan die These, alle Schwäne seien weiß, sofort widerlegt. Also an alle, die sich gerne aufregen: Dies hier ist ein rezeptfreier Raum. Wer Checklisten braucht, um für sich Bedeutung zu erzeugen, oder ernsthaft glaubt, ein Text müsse für alle Neuigkeitswert haben, sollte JETZT diese Seite verlassen.

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Unternehmensdemokratie und Sprache, Teil 1

Im Rahmen einer Diskussion des Autorenteams über einen neuen Blogpost ergab sich die Idee zu diesem Beitrag. Conny und Andreas setzten sich mit der Frage auseinander, inwiefern es für einen konstruktiven Diskurs sinnvoll ist, Fachbegriffe zu nutzen: Sind Begriffe wie “Unternehmensdemokratie” eher nützlich, um ein Verständnis der erfolgreichen Führung und Gestaltung von Unternehmen zu erzielen? Oder sind solche Begriffe eher hinderlich, weil Menschen dazu neigen, sich hinter ihnen zu verstecken? Brauchen wir überhaupt solche Begriffe und die damit verbundenen Konzepte?

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Schlaraffenland

Ist Unternehmensdemokratie eine verantwortungslose Utopie?

Im Wirtschaftsmagazin „enorm“ veröffentlichte Reinhard Sprenger einen ebenso überraschenden wie absolut erwartbaren Artikel: „Demokratie in Firmen geht nicht„. Ein Titel, ebenso prägnant wie riskant. Denn er beinhaltet eine Behauptung, die zu beweisen ist, wenn sie mehr als bloße subjektive Meinungsmache sein soll. Aber das Beste kommt erst danach im Teaser zum Artikel: „Demokratie in Unternehmen – wer diese Utopie fordert, lässt sich von seiner Gesinnung leiten, handelt aber nicht verantwortlich.“ Darin fällt mir zweierlei auf: Erstens die Diskreditierung eines aus der unternehmerischen Praxis nachweisbaren Führungskonzepts als „Utopie“. Zweitens die – freundlich formuliert – fragwürdige Feststellung, wer diese Utopie fordere, handele unverantwortlich. Angriff, so scheint es, ist die beste Verteidigung.

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Partizipation

Warum ist Partizipation wichtig?

„Wir waren ja eigentlich schon mal lauter und weiter“, sagte die ältere Dame neben mir halblaut, aber mit Nachdruck, „in Sachen Partizipation damals in den 70ern.“ Ich schmunzelte. Spontan dachte ich an Janis Joplin, Flower Power, freie Liebe und Revolution. An die riesige Sonnenbrille meiner Mutter, an die quietschbunten Hosen und knallkurzen Röcke.

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