Strategische Krisen – Die unsichtbare Gefahr

Strategische Krisen sind stets Vorboten für existenzbedrohende Krisen von Unternehmen. Wenn die Gefährdung des Unternehmens eine gewisse Ausprägung hat, ist es häufig zu spät. Spätestens dann wird immer wieder die Frage diskutiert, ob man schon früher hätte mögliche Anzeichen erkennen können. Alle existenziell bedrohlichen Krisen haben klare Vorboten. Aktuell kann man diese Effekte besonders gut am Beispiel der Deutschen Automobilindustrie beobachten.

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Selbstbestimmtes Arbeiten?

Selbstbestimmtes Arbeiten? Was soll das eigentlich sein?

„Selbstbestimmtes Arbeiten, das ist es, was ich will.“ Seit längerer Zeit fällt dieser Satz (oder so ähnlich) in gefühlt jedem Gespräch, in dem irgendwann das Thema Arbeit auftaucht. Fast wie ein Mantra. Insbesondere den jüngeren Arbeitnehmern und den New Work Fuzzis in ihrer Filterblase wird nachgesagt, dass sie sich überhaupt keine andere Art von Arbeit mehr vorstellen können. Aus Angst, den Anschluss zu verlieren oder auch aus tatsächlicher Überzeugung heraus werben Unternehmen mittlerweile damit, dass bei ihnen Selbstbestimmtes Arbeiten möglich sei. Also alles gut, oder? Weiterlesen

Alle reden über Mindset. Und dann?

Strukturen konditionieren Menschen im Denken und Handeln. Möchte man, dass sich Denken und Handeln von Menschen ändern, sollte man an den zu Grunde liegenden Strukturen ansetzen. Bei den Strukturen unterscheide ich zwischen externen und internen. Externe Strukturen sind beispielsweise formal beschriebene Regeln in Unternehmen (Prozesse, Rollen, Methoden etc.), in und nach denen Menschen handeln.

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Geld, Unternehmensdemokratie und Neue Arbeit

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen unserem modernen Geld in physischer und virtueller Form sowie Neuer Arbeit und Unternehmensdemokratie? Es erscheint mir ein bisschen größenwahnsinnig, das in einen Blogpost packen zu wollen. Schließlich herrscht ja nicht einmal Einigkeit darüber, was Geld eigentlich ist. Die Wirtschaftswissenschaftler halten es naiverweise immer noch für  eine logische Folge früherer Tauschwirtschaften. Das indes ist nicht ganz so stichhaltig, wie David Graeber in seinem Werk „Schulden. Die ersten 5000 Jahre“ belegte. Der leider viel zu wenig bekannte, aber dafür umso großartigere buddhistische Ökonom Karl-Heinz Brodbeck zeigte vielmehr, das Geld eine Art zu Denken ist, was mir viel plausibler erscheint. So oder so. Versteht dies bitte als kleinen, bescheidenen Impuls, nicht mehr.

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Talente finden, Teil 3 – Out of the Box: Spitzenteams!

Haben Sie auch den Film Rain Man gesehen? Dustin Hoffman spielt darin einen Autisten, der sich ganze Telefonbücher merken kann, aber kaum in der Lage ist, den normalen Alltag zu bewältigen, also jemand, der vielleicht Talente hat, aber die sind völlig krude. Vielleicht hat Rain Man dazu beitragen, unser Bild von Autisten zu prägen: Verrückt, extrem zurückgezogen, unkommunikativ. Auf jeden Fall zum Arbeiten in einer modernen Firma, in der heute Flexibilität und Teamfähigkeit zählt, völlig ungeeignet.

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Kooperation schlägt Konkurrenz

Im Februar 2017 veröffentlichte ich hier im Blog den Artikel „Sozialdarwinismus. Die Mär vom Kampf aller gegen alle„. Dort führte ich aus, das die altbekannten sozialdarwinistischen Argumente für einen ökonomischen Verdrängungswettbewerb nicht haltbar sind. In diesem Beitrag werde ich ein weiteres Puzzlestück über Konkurrenz vs. Kooperation hinzufügen. Im September 2016 erschien in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) ein äußerst interessanter Studienbericht über das Kooperationsverhalten von Schimpansen. Einmal mehr wird deutlich: Selbst in der rauen Natur lässt sich die Annahme eines allumfassenden Wettbewerbs beziehungsweise einer damit verbundenen Konkurrenz nicht aufrechterhalten.

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Die besondere Rolle der Aufsichtsräte

Bestimmte Unternehmensformen, wie Aktiengesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung einer gewissen Größe, müssen verpflichtend einen Aufsichtsrat haben. Andere Unternehmen setzen freiwillig Aufsichtsräte ein, wieder andere haben keinerlei Funktionen dieser Art. Aufsichtsräte sollen, wie der Name es erahnen lässt, darüber wachen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Es gibt klare Regeln, wie Aufsichtsräte zu agieren haben und was ihre Aufgaben sind. Jedoch fällt ihnen, insbesondere in heutiger Zeit, eine viel wesentlichere Rolle zu, die nicht geregelt ist und auch nicht geregelt werden kann: Eine ethische Wächterfunktion.

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New Work. Der Ausverkauf hat begonnen

Winfried Felser schrieb neulich den Artikel „New Work – eine Idee, deren Zeit gekommen ist?!“ und lud zur Blogparade ein. Da konnte ich nicht widerstehen! Hier mein Beitrag: Neulich saß ich in Berlin mit jemandem zum Mittagessen zusammen, um über New Work und Unternehmensdemokratie zu reden. Mein Gesprächspartner machte mich während dessen auf einen interessanten Tatbestand aufmerksam: Wer „New Work“ in Deutschland googelt, hat gute Chancen, einigermaßen skurrile Werbeeinträge als erste Treffer angezeigt zu bekommen. Diese Ergebnisse verweisen darauf, dass New Work im Mainstream angekommen ist und dort nun von – sagen wir vorsichtig – nicht gerade überaus modernen Dienstleistern als nächste Cashcow wahrgenommen wird, die gefälligst gemolken werden muss.

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Humanize. Wie man gute Ideen schlecht begründet.

Vor einiger Zeit stieß ich auf ein Interview mit Jamie Notter. Den Artikel hatte ich schon eine Weile in meinem Literaturverwaltungsprogramm, hatte ihn aber noch nicht wirklich durchgearbeitet. Jetzt schon. Und kann mir ein paar kritische Anmerkungen definitiv nicht verkneifen. Denn was Notter erreichen will, unterschreibe ich vielleicht nicht voll und ganz, aber doch größtenteils. Sein Buchtitel „Humanize“ gefällt mir gut. Vor allem die damit verbundenen Ideen und Vorschläge für einen Wandel von Führung und Kultur in Unternehmen. Die Begründungen sind jedoch überraschend widersprüchlich, undurchdacht und vor allem: gefährlich. Notters Argumente öffnen den Raum für den üblichen Jojo-Effekt, den wir ohnehin schon seit Jahrzehnten in Unternehmen und Organisationen beobachten können. Heute Zentralisierung, morgen Dezentralisierung, übermorgen wieder zurück. Oder besser noch: Beides gleichzeitig, Zentrale und dezentrale Steuerung. Das alles führt dann dazu, dass Change krank macht, weil die vom Wandel Betroffenen selbigen nur noch als schlechten Witz auffassen und sich selbst als Spielball erleben. Weiterlesen

Screenshot #c3day Webseite

Gerade ein New Worker macht Fehler – was habe ich aus meinen gelernt?

Als Organisator und Veranstalter des #dreiCday, einer Non-Profit-Veranstaltung rund um New Work & Digitalisierung für 150 Teilnehmer am 20.10.17 in Karlsruhe, treffe ich momentan gefühlte 100 Entscheidungen täglich. Natürliche mache ich da Fehler, wer würde das nicht?! Heute möchte ich meine bisherige Fehlerliste der Event-Organisation und was ich daraus gelernt habe mit euch teilen.

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