© Dr. Andreas Zeuch 2016

Doku_ Vision-Forum 09_2016

Am 14. und 15. September fand das Vision-Forum 2016 in Berlin am Brandenburger Tor statt. Thema: „Innovation Valley statt Industrie 4.0“. Die „rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (diskutierten) mögliche Wege und Hindernisse der digitalen Transformation. Der cross-sektorale Ansatz der Veranstaltung ermöglichte dabei einen Blick über den Tellerrand.“ (Website Vision-Forum). Neben diversen Keynotes fanden fünf verschiedene Hubs statt: Leadership, Democracy, Business, Learning und Sustainability. Der Treiber dieser Veranstaltung, Thomas Sattelberger, hatte mich eingeladen, dass Democracy Hub zu leiten und es mit meinen Erfahrungen und Recherchen zu demokratischen Unternehmen zu verbinden. Das war natürlich eine schöne Möglichkeit, die Demokratisierung der Arbeit in einem hochkarätigen Umfeld zu platzieren.

Weiterlesen

Sklaverei

Arbeitsbedingungen: Krank, gesund und sinnvoll arbeiten

Anfang 2011 veröffentlichte ich gemeinsam mit Gebhard Borck und Markus Stegfellner im Genograph, der Zeitschrift des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, den Artikel “Sinnvoll wirtschaften” über verschiedene Formen von Arbeitsbedingungen. Dort erläuterten wir auf rund 4 Seiten unser gleichnamiges Verständnis einer neuen, weitreichenden Art, wie Unternehmen (und natürlich auch Non-Profit-Organisationen) jenseits der heute meistens vorzufinden Vorgehensweisen Arbeitsbedingungen gestalten können. Wir haben dabei drei Typen von Arbeitsbedingungen formuliert, gewissermaßen als jeweilige in Reinform beschriebene Typen: Krank, gesund und sinnvoll arbeiten.

Weiterlesen

Menschenbild bei Michelangelo

Unser Menschenbild im Wandel der Zeit

Mein Kollege Mark Lambertz hat es in seinem Beitrag letzte Woche schon angedeutet: Wo kommt das Menschenbild, von dem wir im Kontext „New Work“ und explizit bei den Unternehmensdemokraten sprechen, eigentlich her? Wann ist es entstanden? Grundsätzlich ist der Begriff Menschenbild einer dieser typischen abstrakten Begriffe: eine hohe Verdichtung komplexen Inhalts. Dennoch kann man ihn wenigstens ungefähr verorten und zwar in der anthropologischen Philosophie, die im 19. Jahrhundert entstand. Wie kann das sein? Ein Menschenbild muss es doch geben, seitdem Menschen existieren, oder?

Weiterlesen

Prejaden

Über das Verhältnis von Menschenbild und Arbeit

 

Der Begriff des Menschenbildes wird im New Work Umfeld häufig verwendet, da das Menschenbild arbeitswissenschaftlich die elementare Grundlage zur Bewertung von Arbeitsgestaltungsmaßnahmen darstellt. Meines Erachtens kann man es drehen und wenden wie man will: Jede Diskussion über neue Formen der Wertschöpfung erledigen sich, solange vorab kein basales Verständnis über das Wertefundament erzielt ist. Wer Arbeit neu definieren möchte, muss zwingend über das zugrundeliegende Menschenbild sprechen.

Weiterlesen

© Rama, CC BY-SA 2.0 fr

Unternehmensdemokratie. Versuch einer Definition.

Seit ich mein letztes Buch „Alle Macht für niemand“ über Unternehmensdemokratie veröffentlichte, war ich in zahlreichen Barcamps, Workshops, Konferenzen und dergleichen mehr. Naturgemäß kam dann früher oder später vielleicht nicht immer, aber doch meist die Frage auf: Was ist eigentlich Unternehmensdemokratie? Diese Frage stellt sich vollkommen zu Recht, denn der Begriff wird keineswegs einheitlich gebraucht. Mir persönlich ist auch keine offizielle Definition bekannt. Um diesem offensichtlichen Mangel beizukommen, schlage ich in diesem Post meine persönliche Definition vor und stelle sie natürlich gerne zur kritischen Diskussion.

Weiterlesen

Die Digitalisierung kommt

Digitalisierung zu kurz gedacht: Smart Home

Digitalisierung in der Küche. Anzugtragende Männer. Storagemanagement. Zuerst habe ich eine ganze lange Weile nur gelacht. Laut. Mich auf dem Boden gerollt. Das Video erneut abgespielt. Und noch ein drittes Mal. Geschluckt. Mir die Augen gerieben. Den Kopf geschüttelt. Ich vermute, es ist vielen so gegangen, die das Image-Video von BSH Hausgeräte auf deren Facebook-Kanal angeschaut hatten. Erst dann wurde mir klar, dass der Film ernst gemeint war. Mein Kollege Mark Lambertz hat die kommunikative Dimension schon hier detailliert und stimmig beleuchtet, daher will ich nur rudimentär ergänzend auf den Inhalt und dann ausführlicher auf das größere Ganze blicken. Vielleicht vorweg noch: Mir ist nicht daran gelegen, BSH zu dissen, weil ich in Bashing verschenktes Potential zum Dialog und zur Entwicklung sehe. Nein, im Gegenteil, dieser Post ist als Anregung und konstruktive Kritik zu verstehen.

Weiterlesen

185472365_7ae7f2303b_o

Die neuen Labore für Wertschätzung und Sinn

Auf meinen Post aus der vergangenen Woche erreichten mich viele interessante Reaktionen. Die Meinungen gingen dabei weit auseinander. Einige Kommentatoren sprachen den VertreterInnen der Generation Y die ihr nachgesagten Besonderheiten ab; die Millennials trachteten im Durchschnitt genauso nach Sicherheit und Stabilität wie ihre Vorgänger. Andere sahen in den Digital Natives hingegen eine Altersgruppe mit außergewöhnlich hohem Veränderungspotenzial. Notfalls müsse diese die Generation ihrer Eltern zum Wohl aller auch „überholen”. Sowohl in der Wirtschaft als auch in der Gesellschaft insgesamt gehe es schließlich darum, mehr Wertschätzung, Demokratie und Nachhaltigkeit zu erreichen. Weiterlesen

That way, this way

Gekommen um zu gehen: Unternehmensdemokratie und Generation Y

Vorurteile sind doch etwas Feines. Woran denken Sie, wenn Sie von einem 32-Jährigen den folgenden Satz hören: „Ich bin gerade nach Berlin gezogen.” Darf ich Ihnen etwas in den Mund legen? Wie wäre es mit: „Noch so Einer, der einen auf Hipster machen und nicht erwachsen werden will.”

Weiterlesen

Kreisverkehr-Oecocolor

Business Cases als kontextlose Entscheidungsregel

Martina Baehr hat zu einer Blogparade namens Wandel durch Wertschätzung aufgerufen, zu der sie mich eingeladen hat. Ich fühlte mich durch ihre gestellten Fragen

Weiterlesen

Mitarbeitermotivation Versorgerehe

Mitarbeitermotivation in der Versorgerehe

Zusammengesetzte Substantive oder auch Komposita verwendet man in der deutschen Sprache zum Zwecke der Wortbildung. Mindestens zwei bereits vorhandene Hauptwörter werden kombiniert und lassen den Wortschatz wachsen. Da Wachstum in unserer Kultur ein erwünschtes Ziel ist, sind auch zusammengesetzte Substantive willkommen. Wie z.B. das Wort „Mitarbeitermotivation“. Außerdem  dienen Komposita der Informationsverdichtung. Dies führt beim Beispiel „Mitarbeitermotivation“ dazu, dass auch widersprüchliche Informationen vereint werden. Aus diesem Grund tun sich Unternehmen gerade mit diesem Wort extrem schwer, wie ein befreundeter HR-Kollege kürzlich wehklagte. Sein Team sei durch nichts zu motivieren – keine Innovationsforderung der Führung, die in Form von kreativen Bespaßungsmaßnahmen durchgesetzt würde, hätte auch nur ansatzweise den erwünschten ROI. Selbst die Androhung von 360° –Feedbacks würde nur Schulterzucken auslösen.

Weiterlesen