Zuviele Regeln verhindern gesundes und sinnvolles Arbeiten

Noch mehr Regeln! Neulich war in der FAZ zu lesen, dass der Porsche Betriebsrat die regelhafte Löschung von Emails fordert, die in der Freizeit versendet worden sind: „Mailkonten von Mitarbeitern sollten im Zeitraum zwischen 19 Uhr und 6 Uhr sowie am Wochenende und im Urlaub gesperrt werden, sagte Hück.“ (FAZ 2017) Irgendwie gut gemeint, könnten wir uns selbst glauben machen. Aber ist das wirklich sinnvoll? Völlig zurecht stellte das Dr. Matthias Meifert, Gründer und Managing Partner von HRpepper, via LinkedIn in Frage.

Weiterlesen

Trialog Teil 3 – Natur und Mensch als das Maß aller Dinge

Am 03. November 2017 haben Alexander, Björn und ich uns zu unserem 3. Trialog unserer Reihe zusammen gefunden haben, in dem wir uns ja bekanntermaßen der Thematik widmen, wie wir Menschen mit Komplexität umgehen und wie uns dabei Werkzeuge, wie Methoden und Tools, behilflich sein können. Die ersten beiden Trialoge finden Sie hier und hier.

In diesem Trialog wurde übrigens gemenschelt, was der Titel ja bereits vermuten lässt. 😉

Weiterlesen

Holy Shit Recruiting

Es war der Freitagnachmittag vor dem 3. Adventwochenende. Ich saß in einem meiner Lieblingscafés, in dem es kostenloses und vor allem relativ schnelles WLAN gab, schlürfte den üblichen Fair-Trade-Milchkaffee und beobachtete die Kreativ-Hipster und Helikoptermütter um mich herum. Einen Moment seufzte ich mittelzufrieden und fühlte mich so „ganz ok“ in diesem Mix aus bildungsbürgerlichem Spießertum und kreativer Einfallslosigkeit, als sich jemand neben mich setzte.

Weiterlesen

Wiki Beispiel Confluence

Das Word-Dokument durfte nicht jeder bearbeiten – warum ein offenes Wiki?!

Dieser Post ist der fünfte Artikel der Serie “Aus der Praxis eines Collaboration Consultants – Tools, Kultur und ihre Wechselwirkungen” und dreht sich um den Nutzen und die kulturellen Auswirkungen eines offenen Wikis – weitere Artikel dieser Serie findest Du in Kürze hier auf dem Blog. In dieser Serie schreibe ich als Atlassian Consultant aus eigener Beobachtung, meiner Praxis als Consultant bei diversen Unternehmen und meiner Freiberuflichkeit sowie dem Austausch mit anderen Atlassian-Anwendern und Administratoren über die Nutzung von Collaboration Tools und ihre kulturellen Wechselwirkungen. Mein Zielbild beim Einsatz von Collaboration Tools ist Selbstorganisation und Selbstmanagement von Teams zu unterstützen sowie Transparenz für mehr Synergien und Zusammenarbeit in Teams und Unternehmen herzustellen.

Weiterlesen

Deals statt Politik?

Deals statt Politik

Kann man Staaten wie Unternehmen führen?

Deals statt Politik? Seit dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA weht ein neuer Wind: Anstatt von Diplomatie und Multilateralismus werden jetzt Deals geschmiedet und der Ton ist rauer geworden, denn das ist so im „Big Business“ üblich. Mittlerweile gibt es ähnliche Tendenzen auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Tschechien. Dort hat der umstrittener Milliardär Andrej Babiš das Rennen gewonnen und will nun Politik auf Grundlage von „Deals“ machen. Er möchte auch, ähnlich wie Donald Trump, den Staat wie ein Unternehmen führen. Doch ist das wirklich möglich oder gar sinnvoll?
Weiterlesen

Siemens, Robin Hood und Unternehmensdemokratie

Es ist beschämend, was da gerade im öffentlichen Raum über Siemens diskutiert wird. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer bringt es vollkommen zu Recht auf den Punkt: „Siemens-Bashing hilft uns nicht weiter.“ Wohl gesprochen. Ja Herrgott Sackzement, kapiert die dämliche deutsche Journaille und all die links-alternativen Berufspolitiker nicht, was Joe Kaeser gerade für eine Heldentat vollbringt? Von wegen „post-heroisches“ Management. Alles Blödsinn. Kaeser zertrümmert nicht das Vertrauen in den deutschen Wirtschaftsstandort, wie der frustrierte Martin Schulz neulich fabulierte (der ist doch jetzt nur froh, sich wieder als echter Sozialdemokrat gerieren zu können: „Die SPD wird weiter für euch trommeln.“). Nein, weit gefehlt. Kaeser bewahrt all die rund 7000 demnächst arbeitslosen Mitarbeiter*innen vor einer ungeheuerlichen Bürde. Ja Himmelherrgottgsuffa – sieht das denn niemand. Also muss ich es wohl erklären: Weiterlesen

Sexismus-Dialog statt -Debatte

Sexismus-Dialog statt -Debatte: Wir müssen reden

Wir müssen reden. Dringend. Innerhalb weniger Wochen bin ich mehrmals von Männern gefragt worden „Wie ist das jetzt mit dem Sexismus? Darf ich jetzt noch nicht mal mehr jemanden ansprechen oder gucken?“ „Du Vollhonk, was soll so eine dämliche Frage, was hat das eine mit dem anderen zu tun?“, hätte ich einem spontanen Impuls nachgebend am liebsten entgegnet, aber ganz ehrlich? Ich weiss es manchmal selbst nicht – zumindest nicht immer sofort in der jeweiligen Situation, sondern erst in der Reflexion darüber.

Weiterlesen

Unternehmensdemokratie ist gesund

Unternehmensdemokratie soll gesund sein? Warum das denn? Darum: Im Oktober 2015 veröffentlichte ich hier im Blog den Post „Die Klassiker der Epidemiologie: Whitehall I + II„. Damals skizzierte ich kurz die Ergebnisse dieser bis heute bahnbrechenden Sozio-ökonomischen Studien, die bereits 1984 und 1991 publiziert wurden. Sie zeigten schon damals einen klaren Zusammenhang zwischen dem Sozio-öklnomischen Status von Arbeitnehmer*innen und deren Gesundheit bis hin zur Sterblichkeit. Die Ergebnisse pointierte ich seinerzeit so: „Zugespitzt ließe sich sagen: Mit- und selbstbestimmte Arbeit erhöht die Chance, gesund zu bleiben.“ Nun wurde Ende März 2017 eine spezifisch deutsche Studie mit ähnlichen Fragestellungen vom Institut für medizinische Soziologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg abgeschlossen, die sogar eine noch größere Stichprobe aufweist. Die Ergebnisse stützen Whitehall I + II, ergänzt um spezifisch deutsche sozio-ökonomische Bedingungen: Das Gefälle zwischen Ost- und Westdeutschland.

Weiterlesen

Trello und JIRA sind doch nur Tools – was soll das schon für kulturelle Auswirkungen haben?

Dieser Post ist der vierte Artikel der Serie “Aus der Praxis eines Collaboration Consultants – Tools, Kultur und ihre Wechselwirkungen” und dreht sich um die kulturellen Auswirkungen und Voraussetzungen von Aufgabenverwaltungstools wie Trello und JIRA – weitere Artikel dieser Serie findest Du in Kürze hier auf dem Blog. In dieser Serie schreibe ich als Atlassian Consultant aus eigener Beobachtung, meiner Praxis als Consultant bei diversen Unternehmen und meiner Freiberuflichkeit sowie dem Austausch mit anderen Atlassian-Anwendern und Administratoren über die Nutzung von Collaboration Tools und ihre kulturellen Wechselwirkungen. Mein Zielbild beim Einsatz von Collaboration Tools ist Selbstorganisation und Selbstmanagement von Teams zu unterstützen sowie Transparenz für mehr Synergien und Zusammenarbeit in Teams und Unternehmen herzustellen.

Weiterlesen

Arbeitszufriedenheit und Leistung

Hängen Arbeitszufriedenheit und Leistung zusammen? Leistet mehr, wer zufriedener bei der Arbeit ist? Davon gehen jedenfalls viele VertreterInnen Neuer Arbeit aus. Da macht es natürlich was her, wenn wir plötzlich zeigen könnten, dass es da keinerlei Zusammenhang gibt. Und siehe da: Natürlich findet sich auch dazu etwas: Die Beraterin und Autorin Svenja Hofert berichtet über eine Metastudie, die klarstellt, dass es keinen überzufälligen Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung gäbe. Das provoziert mich natürlich sofort. Und zwar in zweifacher Hinsicht: Erstens wurde sowohl bei den Studien, die in der Meta-Studie untersucht wurden, als auch in der Meta-Studie selbst mehrere zentrale Aspekte nicht beachtet. Das führt logischerweise zu dem genannten Ergebnis. Zweitens, und das ist mindestens ebenso wichtig, wurde von den Forschern eine zentrale Frage nicht gestellt, die ich mittlerweile wesentlich wichtiger finde, als alle Leistungsbeurteilungen: In welcher Welt wollen wir leben?

Weiterlesen