Wieso ist Partizipation wichtig?

Wie schon in dem Beitrag „Unternehmensdemokratie im Möchtegern-Diskurs“ beschrieben, sind immer wieder äußerst skurrile Versuche zu beobachten, nachweisliche Erfolge demokratisch geführter Unternehmen wegreden zu wollen. Neulich wurde ich sogar auf ein Beispiel aufmerksam gemacht, in dem ein Professor zunächst auf einen erfolgreichen Fall von Unternehmensdemokratie verwies, um dann allen Ernstes mit einem erfundenen (sic!) Fallbeispiel das Konzept demokratischer Steuerung als dysfunktional entlarven zu wollen. Neuerdings besteht also ein rational-kritischer Diskurs darin, real Existierendes durch Erfundenes weg halluzinieren zu wollen. Unabhängig von diesen irrwitzigen Diskursblüten ist die zentrale Frage, wieso Partizipation überhaupt wichtig ist, in der sich langsam aufheizenden Diskussion zweifelsfrei sinnvoll. Im Post erläutere ich fünf Gründe, die für die Entwicklung einer starken Partizipation sprechen.

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Der Irrtum des Dualen Systems

Im August 2015 veröffentlichte Conny Dethloff seinen Blogpost „Das duale System der Unternehmensführung„. Er erläutert darin, dass und warum wir parallel Hierarchie und Netzwerke in Unternehmen und Organisationen brauchen. Er beruft sich in dem Post unter anderem auf den amerikanischen Unternehmensberater John Kotter, der in einem Video ebenfalls erläutert, das und warum dieses „duale System“ nötig ist. Sowohl in Kotters als auch Connys Argumentation gibt es allerdings ein paar Punkte, die ich anders sehe. Darauf gehe ich hier vor allem deshalb ein, weil dieser Ruf nach einem dualen System öfter zu lesen ist, meistens in der Variante dass wir heute traditionelle Führung brauchen, morgen eine netzwerkartige Struktur und übermorgen dann wieder, wenn die Zeiten es erfordern, das traditionelle Modell mit formal-fixierten Hierarchien. Diese Pendelbewegung zeigt sich gerne in der Variante Zentralisierung – Dezentralisierung – Zentralisierung. Darauf bin ich auch schon in „Alle Macht für niemand“ eingegangen und werde jetzt diese Thematik weiter vertiefen.

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Neue Studie über Arbeitszufriedenheit

Arbeitszufriedenheit als Anlass: Im Januar 2010 entschieden sich Dom Jackman und Rob Symington, etwas Anderes zu machen. Sie arbeiteten bis dahin in klassischen Jobs in London, hatten aber die Nase voll und wollten eine auch aus ihrer Sicht bedeutungsvolle Arbeit. Also begannen sie nach Lösungen zu suchen. Am Anfang stand der Gedanke, eine Gemeinschaft Gleichgesinnter aufzubauen, erst danach sollte daraus ein Geschäftsmodell entstehen. Sie begannen, wie sie selbst auf ihrer Homepage „escape the city“ schreiben, klein, indem sie am Anfang von ihrem Küchentisch aus arbeiteten und ihren mittlerweile überregional erfolgreichen Montags-Newsletter aufbauten. Dort beschrieben sie jeweils die besten 10 Möglichkeiten, etwas anderes zu machen. Daraus entwickelte sich bis heute ein Unternehmen, dass Menschen dabei unterstützt, aus ihrer frustrierenden Arbeit auszusteigen, um eine neue, häufig selbstständige Tätigkeit zu finden und zu entwickeln.

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Was ist Unternehmenserfolg?

Wer sich mit der Demokratisierung von Unternehmen auseinandersetzt, muss sich natürlich auch fragen, was für sie oder ihn eigentlich Unternehmenserfolg bedeutet. Schließlich schwebt die ganze Zeit über der wirtschaftliche Misserfolg wie ein Damoklesschwert über der Unternehmensdemokratie. Die ist dann lupenrein monokausal dafür verantwortlich, dass morgen die Tore der Fabrik geschlossen werden müssen oder dass das quirlige Software Start-up die ersten drei Jahre leider nicht überlebt hat und all die hübschen Macs in die Insolvenzmasse übergehen. In diesen Bildern, in diesem mentalen Modell darüber, was Unternehmenserfolg bedeutet, steckt eine pathogene Reduktion des unternehmerischen Erfolgsbegriffs. Denn Unternehmenserfolg ist nicht objektiv auf wirtschaftlichen Erfolg herunter zu brechen. Im Folgenden meine Suche nach einer Antwort, unzulänglich freilich, aber immerhin. Diskussion erwünscht.

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Wann ist ein Unternehmen demokratisch?

Die Frage, die so simpel klingt, ist gar nicht so einfach zu beantworten. Ehrlicherweise muss ich gestehen: Im Rahmen meines Buches „Alle Macht für niemand.“ bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, diese Frage zu beantworten. Auf diese Lücke machte mich mein Kollege Bernd Geropp aufmerksam, der mit mir ein Podcast über Unternehmensdemokratie produzierte, das am 09. September veröffentlich werden wird. Also wird es Zeit, dass bislang Versäumte nachzuholen.

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Unternehmensdemokratie im Möchtegern-Diskurs

Unternehmensdemokratie ist am Anfang. Nicht etwa in einzelnen Firmen, schließlich gibt es demokratische Vorzeigeunternehmen seit Jahrzehnten. Unternehmen mit mehreren hundert MitarbeiterInnen, die wirtschaftlich nicht nur dahinkrepeln, sozusagen als postsozalistischer Appendix des Big-Data-Turbokapitalismus. Nein, neu erscheint lediglich die Diskussion, die sich gerade um ein demokratisches Steuerungsmodell von Organisationen entwickelt.  Weiterlesen

Studie zu Mitbestimmung & Unternehmensdemokratie

Letztes Jahr gab mir Marc Stoffel, der gewählte CEO der Haufe-umantis AG, die Studie „Express-Umfrage zum Thema „Mitarbeiter und Mitentscheider“ (also Mitbestimmung) der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG. An dieser Stelle möchte über die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung berichten. Denn sie weist einige spannende Ergebnisse auf und ergänzt die Studien, die ich in „Alle Macht für niemand“ im ersten Kapitel ausführlicher behandelt habe.  Weiterlesen

Topmanagement gegen Gewerkschaft

Aus gegeben Anlass eine kleine Reflexion über den geistreichen Winkelzug, Mehrheitsvertretungen durch die angebliche Mehrheitsmeinung zu verhindern: Am 01. August 2015 berichtete Spiegel Online unter der Überschrift „Angebliche Mehrheitsmeinung: Ryanair-Chef erklärt Gewerkschaften für unerwünscht“ über die Verweigerung des CEO Michael O’Leary, Gewerkschaften anzuerkennen. Angeblich würden sich die MitarbeiterInnen nicht für Gewerkschaften interessieren und wünschten keine Anerkennung von Gewerkschaften durch das Unternehmen. Was soll man da noch sagen? Der Mann vertritt doch die Meinung der Mehrheit!

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Digitale Transformation 2.0

Digitale Transformation ist in aller Munde, Land auf, Land ab, in der Wirtschaft genauso wie in der Politik. Allerdings wird, wie so oft, das Sujet mal wieder aus dem altbekannten Blickwinkel betrachtet. Das Augenmerk liegt alleine auf dem technischen Fortschritt. Big Data, Industrie 4.0, Mobile Computing, Wearables, Internet der Dinge (IoT), Social Media Integration und dergleichen mehr absorbieren unsere kollektive Aufmerksamkeit. Da bleibt nicht mehr viel Raum, um über die nötigen sozialen Innovationen nachzudenken, die es braucht, damit die digitale Transformation zu einer disruptiven Innovation wird.

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Was ist gute Unternehmensführung?

Was ist gute Unternehmensführung? Ist das eine gute Frage? Ist sie überhaupt zu beantworten? Ich glaube ja und mach mich auf den Weg einer Spurensuche. Am Anfang stehen drei Gegenfragen: Was ist überhaupt der Zweck eines Unternehmens? Was meint dann „gut“ für wen? Und wer führt das Unternehmen? Bereits die Antwort auf die erste Frage ist die relevante Weichenstellung: Dient das Unternehmen nur der Gewinnmaximierung? Oder hat es auch andere Zwecke? Die Frage wird leichter zu beantworten, wenn wir uns die Konsequenzen vor Augen führen. Wenn wir Milton Friedman folgen („Der einzige soziale Zweck eines Unternehmens ist die Gewinnmaximierung.“), unterwerfen wir alles diesem Zweck. Fast Forward:

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