Demokratie ist mehr als nur „abstimmen“. Was Unternehmens- demokratie von der Politikwissenschaft lernen kann. #2

Dies ist der zweite Teil des Beitrags „Demokratie ist mehr als nur abstimmen“. Unser Gastautor Thomas Michl erläutert, warum die Thematik dieses Zweiteilers überhaupt wichtig ist, wie Demokratie im Einklang mit Effektivität und Effizienz steht, beschreibt Unternehmen kurz als komplexe Systeme und warum Unternehmensdemokratie einen passenden Rahmen für Entscheidungswerkzeuge darstellt, die zur Komplexität der Organisationen und ihrer Umwelten passen.

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Demokratie ist mehr als nur abstimmen. Was Unternehmens- demokratie von der Politikwissenschaft lernen kann. #1

Schon seit geraumer Zeit beobachte ich mit großem Interesse die Diskussion um die Thematik der Unternehmensdemokratie. Oft stört mich an der Diskussion eines im besonderen Maße: Unabhängig, ob Befürworter oder Kritiker – beide Seiten neigen dazu, den Demokratiebegriff – ich will nicht sagen zu verstümmeln – aber zumindest zu verkürzen und zu reduzieren. Natürlich mag der eine oder andere einwenden, dass die politikwissenschaftliche Verwendung des Demokratiebegriffs nicht ohne Weiteres auf den Unternehmenskontext übertragbar ist. Ich persönlich vertrete jedoch eine andere Auffassung, die auch von Andreas Zeuch geteilt wird.

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nachhaltige Unternehmenskultur

It’s nachhaltige Unternehmenskultur, stupid!

Lernen bedeutet üben, üben, üben – also, nochmal langsam: Wer Nachhaltige Unternehmenskultur in New Work Zeiten pflegen will, der sollte seine Spürnase auf soziale Nachhaltigkeit (siehe auch hier: Bericht zur Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung 2017)) richten. Soziale Nachhaltigkeit ist ein Begriffsgebilde aus dem Modell der Nachhaltigkeit (integrierendes Nachhaltigkeitsdreieck), das sich aus den drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales zusammensetzt.

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Ab ins Silicon Valley, nieder mit der Demokratie!

Silicon Valley. Der Aufschrei war groß. Daten von 50 Millionen Facebook Nutzern sollen durch Cambridge Analytica illegal missbraucht worden sein. Mark Zuckerberg soll möglicherweise vor verschiedenen Parlamenten und Gremien Stellung beziehen. Unsere neue deutsche Justizministerin Katarina Barley kann sich gleich profilieren und Facebook in die Verantwortung rufen, selbst dann, wenn die Dienstleister und deren Server nicht in Deutschland oder Europa betrieben werden. Ich muss sagen: Als mir der Fall bekannt wurde, war ich von den Socken. Oh Wunder! Nutzerdaten werden missbraucht. Und das auch noch zum Zwecke politischer Einflussnahme, vulgo Manipulation. Vielleicht wird es mal Zeit, ein paar grundsätzliche Entwicklungen der letzten ca. 15-20 Jahre vor dem Hintergrund eines „Cogito ergo sum“ in Augenschein zu nehmen und einer fundamentalen Kritik zu unterziehen. Denn was wir jetzt erleben ist das Ergebnis technikgläubiger Digitalisierung, wenn wir keinen passenden kulturellen Rahmen mitentwickeln. Kurz: Facebook ist nur ein Symptom, mit Sicherheit nicht die Ursache.

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Trialog Teil 4 – Brückenbauer für Komplexität gesucht

Zwischen dem Teil 3 unseres Trialogs über Komplexität und Werkzeuge, diese zu handhaben, und dem hier dokumentierten 4. Teil ist eine gewisse Zeit vergangen. Mir persönlich ging die Natur, die ja essentieller Bestandteil des 3. Teils war, im Kontext Problemlösen nicht mehr aus dem Kopf.

Kurz vor Weihnachten 2017 habe ich mit Björn telefoniert und ihm meine Idee unterbreitet, dass ich an funktionierende immer geltende Muster beim Zusammensetzen von produktiven Teams glaube. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt daran, dass es eine optimale Anzahl an Menschen geben muss, um Teams zu formen, damit diese effektiv und effizient Wert generieren können. Dieser Glaube hat sich bestätigt. Die Diskussionen haben Björn und ich dann hier manifestiert.

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Organisationsrebellen. Sinnentleertes New Work Wording.

+++ Achtung für sensible Gemüter oder intellektuell anspruchsvolle Zeitgenossen: Dies ist eine Burleske +++

Organisationsrebellen: Die Zukunft der Arbeit reitet auf einem schwarzen Schimmel blitzschnell langsam um runde Ecken. Du hast keine Ahnung, was ich meine? Klar, wie auch. Also zurück auf Los: Neulich flatterte mir eine Mail auf mein Endgerät. Der Inhalt machte mich gleich in doppelter Weise ratlos. Einerseits, weil mir nicht klar war, was die Absenderin eigentlich von mir, bzw. den Adressierten wollte, denn ich war nicht persönlich angesprochen sondern offensichtlich einer von Dutzenden oder Hunderten im Rahmen eines Massenmailings. Aber sei’s drum, nach einer zweiten Leserunde war dann klar: Ich wurde eingeladen, an einer Blogparade über Organisationsrebellen teilzunehmen. Das nehme ich dankbar an – denn Organisationsrebellen oder Evangelisten elektrisieren mich schon seitdem sie mir das erste Mal über den Weg gelaufen sind. Warum? Beide sind ein waschechtes Oxymoron. Womit wir beim ersten Satz meines Teasers wären.

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Angst in Organisationen. Rückblick auf das Berliner Digital Workplace Meetup

Vor ein paar Wochen stolperte ich über eine überaus spannende Veranstaltung: „Angst in Organisationen. Schattenseite der Transformationseuphorie“, veranstaltet von meinen Kollegen Alexander Kluge aus Berlin in Zusammenarbeit mit Siegfried Lautenbacher aus München. Es ging um die Angst, die entstehen kann, wenn sich Organisationen weitreichend verändern; also nicht nur an der einen oder anderen Stelle ein bisschen rumoptimieren, sondern vor allem das bisherige Managementmodell grundlegend hinterfragen und die Funktionalität und Sinnhaftigkeit formal-fixierter Hierarchie auf den Prüfstand stellen. Sofort war klar: Da muss ich hin! Natürlich. Denn am 15.06. veranstalte ich mit meinen Kolleg*innen in Berlin unsere 1. (Un)Konferenz Neue Konzepte für Neue Arbeit mit dem Schwerpunkt „Die Angst vor der Freiheit“. Das Thema scheint in der Luft zu liegen.

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Die CSR Sau

CSR: Es wird Zeit, einen weiteren Pflock einzuschlagen, eine klare Positionierung vorzunehmen: Wie sinnvoll ist eigentlich Corporate Social Responsibility, die unternehmerische Verantwortung, als längst nicht mehr neue, aber immer noch anhaltende Erscheinung im Reigen allgegenwärtiger Managementthemen? Wer die Entwicklung von Managementthemen beobachtet, könnte auf die Idee kommen, dass wir die Verantwortung von Unternehmen erst in der Post-Postmoderne entdeckt und entwickelt haben. Dabei sieht die Sache gänzlich anders aus.

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Die Angst vor der Freiheit. Unsere 1. (Un)Konferenz

Dieses Jahr beginnt etwas Neues: Mit einigen Kolleg*innen – wer verrate ich später – starte ich dieses Jahr eine (Un)Konferenz-Reihe zu selbstbestimmter Arbeit. Nein, es geht nicht nur um den aktuellen Hypebegriff New Work. Wir verstehen die zukünftige Gestaltung unserer Arbeitswelt etwas breiter. Es reicht nicht, 20 Sessions zu Arbeitsthemen in einem Barcamp zu ermöglichen; oder 30 Workshops, die sich alle nur um die Erneuerung der Arbeitswelt im engeren Sinne drehen. Wenn zum Beispiel Führungskräftewahlen aktuell en vogue sind, dann sollten wir auch einen Blick über den Tellerrand werfen und herausfinden, was sich in der Entwicklung der Demokratie insgesamt tut. Und wir sind davon überzeugt, dass wir viel von der Kunst für die Zukunft der Arbeit lernen und sie für deren Entwicklung nutzen können. Denn sie ist gewissermaßen die Reinform, die kristalline Gestalt autonomen, selbstbestimmten Wirkens. Fate lls jemand lieber gleich zur Website der Veranstaltung will, dann bitte hier entlang: EventWebsite

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Zuviele Regeln verhindern gesundes und sinnvolles Arbeiten

Noch mehr Regeln! Neulich war in der FAZ zu lesen, dass der Porsche Betriebsrat die regelhafte Löschung von Emails fordert, die in der Freizeit versendet worden sind: „Mailkonten von Mitarbeitern sollten im Zeitraum zwischen 19 Uhr und 6 Uhr sowie am Wochenende und im Urlaub gesperrt werden, sagte Hück.“ (FAZ 2017) Irgendwie gut gemeint, könnten wir uns selbst glauben machen. Aber ist das wirklich sinnvoll? Völlig zurecht stellte das Dr. Matthias Meifert, Gründer und Managing Partner von HRpepper, via LinkedIn in Frage.

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