Humanize. Wie man gute Ideen schlecht begründet.

Vor einiger Zeit stieß ich auf ein Interview mit Jamie Notter. Den Artikel hatte ich schon eine Weile in meinem Literaturverwaltungsprogramm, hatte ihn aber noch nicht wirklich durchgearbeitet. Jetzt schon. Und kann mir ein paar kritische Anmerkungen definitiv nicht verkneifen. Denn was Notter erreichen will, unterschreibe ich vielleicht nicht voll und ganz, aber doch größtenteils. Sein Buchtitel „Humanize“ gefällt mir gut. Vor allem die damit verbundenen Ideen und Vorschläge für einen Wandel von Führung und Kultur in Unternehmen. Die Begründungen sind jedoch überraschend widersprüchlich, undurchdacht und vor allem: gefährlich. Notters Argumente öffnen den Raum für den üblichen Jojo-Effekt, den wir ohnehin schon seit Jahrzehnten in Unternehmen und Organisationen beobachten können. Heute Zentralisierung, morgen Dezentralisierung, übermorgen wieder zurück. Oder besser noch: Beides gleichzeitig, Zentrale und dezentrale Steuerung. Das alles führt dann dazu, dass Change krank macht, weil die vom Wandel Betroffenen selbigen nur noch als schlechten Witz auffassen und sich selbst als Spielball erleben. Weiterlesen

Neue Arbeit: Utopie oder echte Chance? Ein Interview mit Markus Väth

Neue Arbeit dürfte neben der digitalen Transformation eines der häufigsten aktuellen Berufs-Buzzwords sein. Meine Google Suche präsentiert mir nach einer halben Ewigkeit von 0,64 Sekunden 1.120.000 Treffer. Neben diesem vielleicht bereits inflationären Gebrauch des Begriffs kommt noch hinzu, dass es auf Seiten von Berufseinsteigern oder noch jungen Berufstätigen ein großes Interesse an Arbeitgebern gibt, die sich Neue Arbeit – oder irgendeinen der verwandten Begriffe – auf die Fahnen schreiben. Dumm nur, dass es dann hie und da zu einer Lücke zwischen Wollen und Können kommt. So manche stellen sich Neue Arbeit irgendwie viel verheißend vor, lässig und inspirierend; sich Miete und Brötchen verdienen zwischen Arbeiten im Lieblingscafe, Tischfussball und ebenso kurzweiligen wie effektiven Meetings in einem coolen Loft mit großartigen KollegInnen, die eher schon Freunde sind. Allerdings ist dabei wohl nicht immer klar, was es für Kompetenzen erfordert, um selbstbestimmt zu arbeiten. Zeit für ein Zwischenresüme gemeinsam mit Markus Väth, der umgekehrt bereits gestern auf seinem Blog ein Gespräch mit mir veröffentlicht hat

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Radical Collaboration – Interview with Jim Tamm (Part 2)

When I spoke to Jim Timm, the author of Radical Collaboration, in early November, we still didn’t know that Donald Trump would be elected President just two days later. In the second part of our interview (find part one here), Jim takes a critical look at the curriculum of business schools across the world, gives examples of collaboration in the highly contested field of U.S. politics, and throws in some valuable tips as to what corporate leaders can do to foster collaboration in their organizations. Weiterlesen

Radical Collaboration – Interview with Jim Tamm (Part 1)

Following Mark’s post on Misconceptions of Self-Organization, I am excited to present to you our second article in English. Recently, I had the opportunity to talk to Jim Tamm, one of the authors of Radical Collaboration. At the end of an inspiring training course in Jacksonville, Florida, Jim agreed to have an extensive interview with me on how to bring collaboration, participation and, potentially, democracy into organizations. As a former judge turned consultant, Jim has decades of experience working with public and private sector entities. He explains his approach vividly in his TEDx talk. Weiterlesen