Deals statt Politik?

Deals statt Politik

Kann man Staaten wie Unternehmen führen?

Deals statt Politik? Seit dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA weht ein neuer Wind: Anstatt von Diplomatie und Multilateralismus werden jetzt Deals geschmiedet und der Ton ist rauer geworden, denn das ist so im „Big Business“ üblich. Mittlerweile gibt es ähnliche Tendenzen auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Tschechien. Dort hat der umstrittener Milliardär Andrej Babiš das Rennen gewonnen und will nun Politik auf Grundlage von „Deals“ machen. Er möchte auch, ähnlich wie Donald Trump, den Staat wie ein Unternehmen führen. Doch ist das wirklich möglich oder gar sinnvoll?
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Sexismus-Dialog statt -Debatte

Sexismus-Dialog statt -Debatte: Wir müssen reden

Wir müssen reden. Dringend. Innerhalb weniger Wochen bin ich mehrmals von Männern gefragt worden „Wie ist das jetzt mit dem Sexismus? Darf ich jetzt noch nicht mal mehr jemanden ansprechen oder gucken?“ „Du Vollhonk, was soll so eine dämliche Frage, was hat das eine mit dem anderen zu tun?“, hätte ich einem spontanen Impuls nachgebend am liebsten entgegnet, aber ganz ehrlich? Ich weiss es manchmal selbst nicht – zumindest nicht immer sofort in der jeweiligen Situation, sondern erst in der Reflexion darüber.

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Politik, Wahlen, New Work und Unternehmensdemokratie

Irgendwann, vor nicht allzulanger Zeit – das genaue Datum lässt sich nicht eruieren, es steht nämlich nirgends – erschien ein Blogpost von Lars Vollmer, Gründer des New Work Netzwerks intrinsify.me: „Schatz, wir müssen über Politik reden.“ Nein, natürlich geht es nicht um die Bundestagswahl. „Warum wir nicht ohne politisches Bewusstsein über Arbeit diskutieren können“ lautet der Untertitel. Das ist, passend zum anstehenden bundesweiten Gang zur Wahlurne, aus der Sicht von Suchmaschinenmarketing ein ganz exquisites Timing. Davon abgesehen ein klein wenig verwunderlich.

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Unternehmen wollen Demokratie stärken

Vor knapp zwei Jahren begann ich damals zur Veröffentlichung meines letzten Buchs „Alle Macht für niemand“ dieses Blog. Vermutlich haben es die meisten nicht gemerkt: Damals kannte Google noch nicht mal den Begriff „Unternehmensdemokratie“. Wer ihn googelte bekam die Rückfrage: „Meinten Sie „Unternehmen“, „Demokratie“?“ Nein, Google, ich habe mich nicht vertippt. Und ich habe auch keinen neuen Begriff erfunden (denn den gab es schon vor mir, allerdings habe ich einen Beitrag zu einem besseren Begriffsverständnis geliefert). Und so machte ich mich mit Geduld und einem gutem SEO Berater daran, Google den Begriff Unternehmensdemokratie beizubringen. Das war damals. Heute findet Google in 0,47 Sekunden 7320 Einträge, was im Google Kosmos so gut wie nichts ist – aber immerhin, besser als „Meinten Sie… ?“ Und dann waren da noch all die polemischen Bemerkungen nach Vorträgen oder Workshops, mit einem Unterton von „wie blöd oder naiv sind sie eigentlich?“. Abgesehen von dem projektiven Charakter der zumeist sachlich falschen Pöbeleien („alles ein alter Hut“ etc.) war es beruhigend zu wissen, dass ich beinahe mit den immer gleichen einfallslosen Einwänden rechnen durfte und sehr selten mit einer originellen Argumentation konfrontiert wurde, über die es gelohnt hätte, nachzudenken. Und heute, nicht mal zwei Jahre später? Machen sich Unternehmer stark für Demokratie.

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Die besondere Rolle der Aufsichtsräte

Bestimmte Unternehmensformen, wie Aktiengesellschaften oder Gesellschaften mit beschränkter Haftung einer gewissen Größe, müssen verpflichtend einen Aufsichtsrat haben. Andere Unternehmen setzen freiwillig Aufsichtsräte ein, wieder andere haben keinerlei Funktionen dieser Art. Aufsichtsräte sollen, wie der Name es erahnen lässt, darüber wachen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Es gibt klare Regeln, wie Aufsichtsräte zu agieren haben und was ihre Aufgaben sind. Jedoch fällt ihnen, insbesondere in heutiger Zeit, eine viel wesentlichere Rolle zu, die nicht geregelt ist und auch nicht geregelt werden kann: Eine ethische Wächterfunktion.

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Wähl den Chef! Fortschritt oder Rückschritt?

Wann ist eine Organisation „demokratisch“? Zwei Antworten sind typisch: Erstens Basisdemokratie, sprich alle kochen mit, also genau genommen: Alle entscheiden was gekocht wird, wieviel davon, wo die Zutaten besorgt werden, gehen einkaufen, fangen gemeinsam an, die Ingredienzien zu putzen und zu schnippeln, kochen, dünsten, pochieren, backen, braten; drapieren anschließend zusammen alles hübsch auf dem Teller, den sie den Gästen bringen, die sie zuvor gemeinsam angesprochen haben, um sie in ein Restaurant zu locken, dass sie zuvor in trauter Runde gepachtet und eingerichtet haben. Nun ja, was davon zu halten ist, brauchen wir vermutlich nicht lange diskutieren. Zweitens wird mit Unternehmensdemokratie gerne die Wahl von Führungskräften assoziiert. Das scheint bei einigen Unternehmen gerade in Mode zu kommen, gibt es doch medial prominente Vorreiter, die Führungskräftewahl, das Management by Election – sagen wir – wenig zurückhaltend als das neue New Work Credo in möglichst vielen Organisationen implementieren wollen. Aha. Wahlen also. Aber wie demokratisch sind Wahlen eigentlich? Und wie funktional und zielführend?

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Neue EU-Richtlinie CSR 2017

CSR – neue EU-Richtlinie ab 2017

Es ist schwierig mit dem Thema CSR (Corporate Social Responsibility) – in Deutschland. Endlich gibt es eine EU-Richtinie, die Unternehmen verpflichtet auch nicht-finanzielle Angaben zu ihrer Geschäftstätigkeit zu machen und dann hängt der Entwurf, der nach den Vorgaben aus Brüssel schon am 06. Dezember 2016 in Kraft treten sollte, im Parlament fest. Ja, muss das denn sein? Doch zurück auf Anfang.

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Radical Collaboration – Interview with Jim Tamm (Part 2)

When I spoke to Jim Timm, the author of Radical Collaboration, in early November, we still didn’t know that Donald Trump would be elected President just two days later. In the second part of our interview (find part one here), Jim takes a critical look at the curriculum of business schools across the world, gives examples of collaboration in the highly contested field of U.S. politics, and throws in some valuable tips as to what corporate leaders can do to foster collaboration in their organizations. Weiterlesen

Misconceptions of Self-Organization

This post is a premiere because it is the first english text on this blog. On the one hand I wanted to widen the audience for the idea of Corporate Democracy and on the other hand this is meant to be a friendly shout out for my friends of the Metaphorum! For sure people who are used to think in systems will not be surprised by ‚my‘ findings, but maybe some of my German „NewWork“ fellows might feel a certain connotation of inconvenience.

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Mitbestimmung light

Vor kurzem hat mich Dr. Andreas Schiel von arbeit: morgen auf einen interessanten Vorgang zum Thema Mitbestimmung aufmerksam gemacht: „Sozusagen von ganz oben kam am 19. April 2016 eine Einschätzung zur Zukunft der Arbeit: Acatech, die deutsche Akademie für Technikwissenschaften und die Jacobs Foundation haben mit Personalvorständen aus DAX-Konzernen und renommierten Wissenschaftlern einen ‘Human-Resources-Kreis’ gebildet und ihre Überlegungen zur Digitalisierung und zur Veränderung der Arbeitswelt als Publikation im Bundeskanzleramt vorgestellt.“ (#Sorgenvonmorgen 6) Andreas hat in seinem Blogbeitrag verschiedene Aspekte dieses knapp 40 Seiten umfassenden Papiers diskutiert, was mich inspiriert hat, das Dokument selbst zu lesen. Was ich fand, ist durchaus bedenklich.

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