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Arbeitszufriedenheit und Leistung

Hängen Arbeitszufriedenheit und Leistung zusammen? Leistet mehr, wer zufriedener bei der Arbeit ist? Davon gehen jedenfalls viele VertreterInnen Neuer Arbeit aus. Da macht es natürlich was her, wenn wir plötzlich zeigen könnten, dass es da keinerlei Zusammenhang gibt. Und siehe da: Natürlich findet sich auch dazu etwas: Die Beraterin und Autorin Svenja Hofert berichtet über eine Metastudie, die klarstellt, dass es keinen überzufälligen Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung gäbe. Das provoziert mich natürlich sofort. Und zwar in zweifacher Hinsicht: Erstens wurde sowohl bei den Studien, die in der Meta-Studie untersucht wurden, als auch in der Meta-Studie selbst mehrere zentrale Aspekte nicht beachtet. Das führt logischerweise zu dem genannten Ergebnis. Zweitens, und das ist mindestens ebenso wichtig, wurde von den Forschern eine zentrale Frage nicht gestellt, die ich mittlerweile wesentlich wichtiger finde, als alle Leistungsbeurteilungen: In welcher Welt wollen wir leben?

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Mitarbeitermotivation Versorgerehe

Mitarbeitermotivation in der Versorgerehe

Zusammengesetzte Substantive oder auch Komposita verwendet man in der deutschen Sprache zum Zwecke der Wortbildung. Mindestens zwei bereits vorhandene Hauptwörter werden kombiniert und lassen den Wortschatz wachsen. Da Wachstum in unserer Kultur ein erwünschtes Ziel ist, sind auch zusammengesetzte Substantive willkommen. Wie z.B. das Wort „Mitarbeitermotivation“. Außerdem  dienen Komposita der Informationsverdichtung. Dies führt beim Beispiel „Mitarbeitermotivation“ dazu, dass auch widersprüchliche Informationen vereint werden. Aus diesem Grund tun sich Unternehmen gerade mit diesem Wort extrem schwer, wie ein befreundeter HR-Kollege kürzlich wehklagte. Sein Team sei durch nichts zu motivieren – keine Innovationsforderung der Führung, die in Form von kreativen Bespaßungsmaßnahmen durchgesetzt würde, hätte auch nur ansatzweise den erwünschten ROI. Selbst die Androhung von 360° –Feedbacks würde nur Schulterzucken auslösen.

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Anweisung verringert Motivation

Vielen ist es bekannt, das äußerst denkwürdige Experiment von Stanley Milgram, das nun über ein halbes Jahrhundert zurückliegt: Seinerzeit untersuchte der amerikanische Psychologe die Bereitschaft von Menschen, andere körperlich zu verletzen und ihnen starke Schmerzen zu bereiten. Im Ergebnis verabreichten damals rund zwei Drittel der Probanden anderen Menschen vorgeblich lebensbedrohliche Elektroschocks. Sie führten die Anweisung sogar dann weiter aus, wenn sie die gespielten Schmerzensschreie aus dem anderen Raum hörten. Menschen folgen also Autoritätspersonen weit über die eigenen moralischen Grundsätze hinaus. Infolgedessen ergab sich eine bedeutsame Frage: Warum setzen Anweisungen und Befehle sogar tiefe Moralvorstellungen außer Kraft? Verschiedene nach der Milgram Studie folgende Experimente machten klar, dass sozialer Druck dafür verantwortlich ist. Und nun zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass die Ausführung einer Anweisung sogar neuronale Konsequenzen hat und das subjektive Erleben der angewiesenen Handlung im Vergleich zu selbstbestimmtem Agieren massiv verändert.

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Doku_ NEO15 11_2015

Vom 09. – 10. November fand die Next Economy Open (#NEO15) in Bonn statt. Ich hatte das Vergnügen, mit dabei zu sein und eine Session gemeinsam mit Thomas Sattelberger und Matthias Wendorf anzubieten: „Unternehmensdemokratie – Zukunft der Arbeit oder Witz der Woche.“ Zugegeben: Den Titel hatte ich schon beim Enjoy Workcamp 2014 in Stuttgart verwendet, aber gute Dinge nutzen sich nicht so schnell ab. Die Session war sehr gut besucht, um nicht zu sagen: voll. Hier meine Dokumentation:

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Die nächste Stufe in der Debatte: Mitarbeiter schlachten.

Am 26. März 2015 wurde in der Financial Times ein interessanter Artikel veröffentlicht, der tief blicken lässt: „The pros and cons of corporate democracy“ Hinter dem harmlos weil rein beschreibenden Titel verbirgt sich ein Abgrund, der es in sich hat. Es ist betrüblich, denn der Autor Henry Mance arbeitet eine interessante Problematik und damit verbundene Frage heraus, die ich so noch nirgendwo sonst gelesen habe, schon gar nicht in der bisherigen Diskussion in Deutschland. Andererseits entlarvt er sich selbst mit einer Metapher derart gnadenlos, das man nur noch den Kopf schütteln kann. Denn sie kommt gleichsam ohne Umweg direkt aus dem Schlauchthaus.

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Wieso ist Partizipation wichtig?

Wie schon in dem Beitrag „Unternehmensdemokratie im Möchtegern-Diskurs“ beschrieben, sind immer wieder äußerst skurrile Versuche zu beobachten, nachweisliche Erfolge demokratisch geführter Unternehmen wegreden zu wollen. Neulich wurde ich sogar auf ein Beispiel aufmerksam gemacht, in dem ein Professor zunächst auf einen erfolgreichen Fall von Unternehmensdemokratie verwies, um dann allen Ernstes mit einem erfundenen (sic!) Fallbeispiel das Konzept demokratischer Steuerung als dysfunktional entlarven zu wollen. Neuerdings besteht also ein rational-kritischer Diskurs darin, real Existierendes durch Erfundenes weg halluzinieren zu wollen. Unabhängig von diesen irrwitzigen Diskursblüten ist die zentrale Frage, wieso Partizipation überhaupt wichtig ist, in der sich langsam aufheizenden Diskussion zweifelsfrei sinnvoll. Im Post erläutere ich fünf Gründe, die für die Entwicklung einer starken Partizipation sprechen.

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Neue Studie über Arbeitszufriedenheit

Arbeitszufriedenheit als Anlass: Im Januar 2010 entschieden sich Dom Jackman und Rob Symington, etwas Anderes zu machen. Sie arbeiteten bis dahin in klassischen Jobs in London, hatten aber die Nase voll und wollten eine auch aus ihrer Sicht bedeutungsvolle Arbeit. Also begannen sie nach Lösungen zu suchen. Am Anfang stand der Gedanke, eine Gemeinschaft Gleichgesinnter aufzubauen, erst danach sollte daraus ein Geschäftsmodell entstehen. Sie begannen, wie sie selbst auf ihrer Homepage „escape the city“ schreiben, klein, indem sie am Anfang von ihrem Küchentisch aus arbeiteten und ihren mittlerweile überregional erfolgreichen Montags-Newsletter aufbauten. Dort beschrieben sie jeweils die besten 10 Möglichkeiten, etwas anderes zu machen. Daraus entwickelte sich bis heute ein Unternehmen, dass Menschen dabei unterstützt, aus ihrer frustrierenden Arbeit auszusteigen, um eine neue, häufig selbstständige Tätigkeit zu finden und zu entwickeln.

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Studie zu Mitbestimmung & Unternehmensdemokratie

Letztes Jahr gab mir Marc Stoffel, der gewählte CEO der Haufe-umantis AG, die Studie „Express-Umfrage zum Thema „Mitarbeiter und Mitentscheider“ (also Mitbestimmung) der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG. An dieser Stelle möchte über die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung berichten. Denn sie weist einige spannende Ergebnisse auf und ergänzt die Studien, die ich in „Alle Macht für niemand“ im ersten Kapitel ausführlicher behandelt habe.  Weiterlesen