¡Sommerpause!

Liebe Leserin, lieber Leser – selbstbestimmte Arbeit ist immer auch eine Herausforderung an ein gutes Selbstmanagement. Wer seine Arbeit liebt, läuft Gefahr, sich selbst auszubeuten, Tag ein, Tag aus zu arbeiten, natürlich auch am Wochenende, denn es macht ja Spaß. Gesund ist das jedoch nicht auf Dauer. Deshalb achten wir auch auf eine angemessene Auszeit hie und da.

Jetzt ist es soweit: Ab heute bis zum 30. Juli einschließlich werden wir keine Posts veröffentlichen. Es geht mit dem nächsten Beitrag am 06. August weiter. Bis dahin wünschen wir vom (Gast)Autorenteam Euch eine tolle, entspannte und erfrischende Sommerpause.

Herzlich im Namen aller Autor*innen

Andreas

 

Beitragsbild: © Andreas Zeuch

Warum Spitzensport kein Modell für Management ist

Hand aufs Herz: Wer hätte das diesjährige erstmalige deutsche Vorrunden-Aus bei der Fussball-Weltmeisterschaft so vorhergesagt? Und das nach den teils phänomenalen Leistungen der letzten WM, denkt nur mal an die beinahe historischen 1:7 gegen Brasilien. Da erinnere sogar ich mich dran, als absoluter Fussball Ignorant, ja fast schon schon Gegner. Und dieses Jahr nun diese Schmach? Da bin ich aber froh, dass „unser Jogi“ 2016 nach der Weltmeisterschaft beim  x-ten Buch über Sport als Erfolgsmodell fürs Management mit dabei war: „One touch: Was Führungskräfte vom Profifußball lernen können.“ Es erstaunt mich immer wieder. Denn die Differenzen zwischen artifiziellem Spiel-Sport und (Unternehmens)Führung sind doch mehr als offensichtlich.  Weiterlesen

Beitragsbild Halle-Neustadt als Symbolbild für Kinder- und Jugendarmut

Wirtschaftswachstum ade, Teil 2: Wenn die Mutter nicht arbeitet

Letzte Woche berichtete ich über eine Studie von McKinsey über die Umkehrung des Wachstumsprozesses beim Einkommen junger Generationen. Die Studie zeigte auf erschreckende Weise, dass es eben nicht immer weitergeht mit dem Wachstum. Und das bedeutet, dass es nicht nur Stagnation gibt, sondern sogar schrumpfende Ergebnisse (die natürlich angesichts des Wachstumswahsinns gerne „Negativ-Wachstum“ genannt werden, um zumindest noch das Wort Wachstum weiter verwenden zu können.) Zu den beschriebenen Studienergebnissen gesellt sich eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Sie eruierte den Zusammenhang zwischen der Arbeit von Müttern und Kinderarmut. Das Ergebnis stützt den von McKinsey aufgezeigten Trend hin zu geringeren und rückläufigen Einkommen. 

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Wirtschaftswachstum ade, Teil 1: Kinder verdienen weniger als ihre Eltern

Wirtschaftswachstum: Der zwanghafte, wahnhafte Glaube an ein unendliches Wirtschafts-Wachstum hat schon eine Weile Risse. Ihre Befürworter glauben zwar immer noch ungebrochen daran, wie jüngst der Dokumentarfilm „System Error“ teils eindrücklich zeigte (ich hatte das Vergnügen, bei der Premiere in Berlin dabei zu sein). Neben der grundsätzlichen Gretchenfrage, wie in einem begrenzten System unendliches Wachstum möglich sein soll, kam 2016 noch eine globale Studie hinzu, die den Mythos vom Wachstum massiv in Frage stellt. Dabei ist das durchführende Institut frei von jeglichem kapitalismuskritischen Verdacht: Das McKinsey Global Institute.

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Von Routine, Fleißarbeit und anderen Kreativitätskillern – und ihrer Bekämpfung

Dieser Post ist der siebte Artikel der Serie “Aus der Praxis eines Collaboration Consultants – Tools, Kultur und ihre Wechselwirkungen” und dreht sich um den Nutzen und die kulturellen Auswirkungen von Automatisierung und guten Prozessen in Zusammenarbeitstools – weitere Artikel dieser Serie findest Du in Kürze hier auf dem Blog. In dieser Serie schreibe ich als Atlassian Consultant aus eigener Beobachtung, meiner Praxis als Consultant bei diversen Unternehmen und meiner Freiberuflichkeit sowie dem Austausch mit anderen Atlassian-Anwendern und Administratoren über die Nutzung von Collaboration Tools und ihre kulturellen Wechselwirkungen. Mein Zielbild beim Einsatz von Collaboration Tools ist Selbstorganisation und Selbstmanagement von Teams zu unterstützen sowie Transparenz für mehr Synergien und Zusammenarbeit in Teams und Unternehmen herzustellen.

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Die gläserne Decke, an der Frauen sich den Kopf stoßen, ist ein Mythos

Die sogenannte gläserne Decke ist ein Phänomen, von dem viele Frauen berichten, die Karriere machen. Das heißt, sie versuchen es zumindest. Die meisten scheitern irgendwann an dieser unsichtbaren Barriere, die den Aufstieg stoppt, oder stoßen sich zumindest den Kopf. Den gleichen Eindruck hatte ich damals selbst auch, dabei gibt es die gläserne Decke gar nicht.

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Widerstand gegen Transformation ist normal und gesund

Widerstand gegen organisationale Veränderungen ist eines der beliebtesten Themen in Transformationsprozessen. Immer wieder werde ich gefragt, was man denn tun könne, wenn Mitarbeiter keine Lust auf den Wandel haben, wenn sie nicht begeistert dabei sind, passiv blockieren oder gar aktiv gegen den Wandel angehen. Und natürlich kommt auch die Frage auf, wie solche Menschen motiviert werden könnten. Letzteres lässt sich schnell und leicht beantworten. Gar nicht. Ich kann tun was ich will, ob das mein Gegenüber zu was auch immer motiviert, bleibt seine oder ihre Entscheidung. Zwangsläufig. Ich habe keinen Zugriff auf die neuronalen Schaltkreise und kann sie exakt so stimulieren, dass Begeisterung für die Transformation das Ergebnis ist. Die Vorstellung ist lächerlich. Um überhaupt eine Chance zu haben, den Widerstand co-kreativ aufzulösen, ist es hilfreich, ein paar Hypothesen zu haben, warum Mitarbeitende und Führungskräfte in den Widerstand gehen.

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Beitragsbild zur Illustration einer Feuerwehr

Autonomie und Bindung. Warum wir selbstbestimmte Arbeit brauchen.

Autonomie: Neulich in Pirmasens: Dort wird der Bärenanteil der Feuerwehr ehrenamtlich getragen. 90 freiwillige Feuerwehrleute, 18 Beamte und 3 Verwaltungsmitarbeiter. Das Verhältnis lässt nicht viel Interpretationsspielraum über die Bedeutung der Ehrenamtler. Und nun kommt der Witz: von diesen 90 Personen haben knapp 50% (48,9%) ihre Arbeit vorzeitig beendet. Sie hatten unter den dortigen Bedingungen keine Lust mehr, der Stadt und den Menschen zu dienen und im Ernstfall ihr Leben zu riskieren. Was war passiert?

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Der Tod von New Work: Helikopter-Eltern, Schneepflug-Eltern, Curling-Eltern

Helikopter-Eltern: Neulich klingelte beim Abendessen das Telefon. Am anderen Ende war ein mittelprächtig erregter Vater eines Freundes meines siebenjährigen Sohnes. Die beide Jungs hatten es tatsächlich gewagt, sich ohne Rücksprache mit ihm beziehungsweise seiner Frau bei ihnen zu verabreden. Sicher, es ist besser, wenn man das als Eltern mitbekommt, es könnte schließlich sein, dass man was Anderes vor hat. Aber – ganz ehrlich – das sollte kein unüberwindbares Problem darstellen. Aber es war eines. Vor allem, dass der Vater anschließend meine Telefonnummer bei einer benachbarten Mutter glaubte erfragen zu müssen, um mir mitzuteilen, dass ich meinen Sohn abholen kann. Dabei ist bekannt, dass er den Weg sehr wohl alleine gehen kann und auch darf, sind so ca. 500 Meter mit lediglich zwei kleinen Straßen, die gekreuzt werden müssen. Der Witz an der Sache: Das Telefonat dauerte rund 10 Minuten, wobei ich mich sehr zurückgehalten hatte. Der Redeanteil lag zu ca. 90% bei ihm. Sprich: Seine Beschwerde, dass das so ja nicht ginge und er auch noch etwas anderes zu tun habe, fraß deutlich mehr Zeit, als der immense Aufwand, mich telefonisch zu informieren – obwohl das absolut nicht nötig gewesen wäre. Und ja: Natürlich darf sein Sohn nicht alleine zur Schule oder gar zu einem der umliegenden Spielplätze .

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Die Zukunft der Arbeit macht krank. Psychische Erkrankungen bei Studenten nehmen zu.

Am 19.03. veröffentlichte unsere Wiener Kollegin Julia Culen Ihren Beitrag „Generation A(ngst) – mit ihr haben wir nicht gerechnet„. Bei 350 befragten Student*innen zeigte sich ein klarer Trend, der nicht im Geringsten zu den üblichen medialen Mantren der Generationen Y und Z passt: Der Beruf sollte später vor allem Routine und Sicherheit bieten. In Anbetracht der laufenden Digitalisierung und damit Automatisierung ist es schon erstaunlich, dass sich Studenten der Wirtschaftswissenschaften allen Ernstes solche Jobs wünschen, die voraussichtlich in den nächsten Jahren am ehesten wegrationalisiert werden. Wenn man die von Julia präsentierte Studie mit dem aktuellen Barmer-Arztreport 2018 zusammen betrachtet, ergibt sich ein schlüssiges Bild. Und das gibt zu Denken.

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