Doku_ Vortrag Gewächshaus Düsseldorf 11_2015

Am 17. November 2015 hatte ich das Vergnügen, im Gewächshaus Düsseldorf einen Vortrag über Unternehmensdemokratie mit anschließendem World-Café zu halten. Die Gründerin und Leiterin des Co-Workingspaces, Silke Roggermann, war offen für das Experiment, nicht nur einen Vortrag über Unternehmensdemokratie zu präsentieren, sondern anschließend noch ein World-Café dazu durchzuführen. Dabei unterstütze uns meine geschätzte Kollegin Christiane Amini, die die Vorbereitung und Moderation des World-Cafés übernahm.

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Anweisung verringert Motivation

Vielen ist es bekannt, das äußerst denkwürdige Experiment von Stanley Milgram, das nun über ein halbes Jahrhundert zurückliegt: Seinerzeit untersuchte der amerikanische Psychologe die Bereitschaft von Menschen, andere körperlich zu verletzen und ihnen starke Schmerzen zu bereiten. Im Ergebnis verabreichten damals rund zwei Drittel der Probanden anderen Menschen vorgeblich lebensbedrohliche Elektroschocks. Sie führten die Anweisung sogar dann weiter aus, wenn sie die gespielten Schmerzensschreie aus dem anderen Raum hörten. Menschen folgen also Autoritätspersonen weit über die eigenen moralischen Grundsätze hinaus. Infolgedessen ergab sich eine bedeutsame Frage: Warum setzen Anweisungen und Befehle sogar tiefe Moralvorstellungen außer Kraft? Verschiedene nach der Milgram Studie folgende Experimente machten klar, dass sozialer Druck dafür verantwortlich ist. Und nun zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass die Ausführung einer Anweisung sogar neuronale Konsequenzen hat und das subjektive Erleben der angewiesenen Handlung im Vergleich zu selbstbestimmtem Agieren massiv verändert.

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Komplizenschaft_2016_1002

Komplizenschaft als kollaborative Arbeitsform

Denken Sie einen Moment an die Worte „Komplizen“ und „Komplizenschaft“. Was fällt Ihnen dazu ein? Vielleicht „Bonnie und Clyde“, das romantisch verbrämte Liebespaar, das Dutzende Straftaten beging und am Ende gemeinsam erschossen wurde? Oder vielleicht an den Film „Oceans 11“, in dem eine smarte Bande von 11 Kriminellen drei der größten Casinos in Las Vegas um mehrere Millionen erleichtert? In beiden Fällen denken Sie vermutlich weniger an die Straftaten selbst, sondern sympathisieren vielmehr mit den Protagonisten – warum eigentlich?

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Unternehmensdemokratie braucht Marktnähe beim Entscheiden

Heute nun endlich mein zweiter Post auf dieser Plattform, der thematisch und inhaltlich an den ersten Können Maschinen entscheiden? anschließt. Geht man mit dem Fakt einher, das Maschinen nicht entscheiden können, sondern lediglich aus bereits vorgefertigten Entscheidungsoptionen eine auswählen können, hat das große Implikationen auf Entscheidungsprozesse und damit einhergehenden Organisationsstrukturen in Unternehmen.

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Unternehmenskultur: Wer vertraut ist im Vorteil

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Wer kennt dieses Bonmot nicht? Es wird immer wieder Wladimir Iljitsch Lenin zugesprochen, allerdings lässt sich diese Annahme keineswegs belegen. Die Formulierung, die auch Programm für so manche Unternehmenskultur ist,  findet sich weder in schriftlicher Form in seinen Texten, noch ist sie gesichert mündlich überliefert. Bereits eine einfach Kontrolle per Google führt zu mehreren Ergebnissen, denen jeder entnehmen kann, dass die Zuschreibung höchstvermutlich falsch ist. Also stimmt diese vielzitierte Weisheit doch, egal ob von Lenin oder Lischen Müller! Schließlich wäre es nachweislich falsch, der allgemeinen Annahme, diese Worte würden von Lenin stammen, zu vertrauen. Q.e.d., gell?

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¡ Change macht krank !

Vor kurzem wurde ich für das enorm Magazin zum Thema Unternehmensdemokratie interviewt. In dem Rahmen ging es irgendwann um die Frage, warum MitarbeiterInnen möglicherweise gar nicht mit- geschweige denn selbst bestimmen wollen. Das kann, wie ich es auch in „Alle Macht für niemand“ darlegte, verschiedene Gründe haben. Wenn MitarbeiterInnen über Jahre hinweg zu Erfüllungsgehilfen erzogen wurden, werden sie nicht plötzlich von heute auf morgen wieder ihre eigenen Ansichten, Erfahrungen und Kompetenzen vollumfänglich einbringen. Zweitens haben sie vielleicht schon mehrere Change (-prozesse) hinter sich gebracht, die für sie ausgesprochen frustrierend gewesen sein können, schließlich scheitert nicht umsonst mindestens die Hälfte aller Veränderungsprozesse. MitarbeiterInnen sind dann aber, wie ich das auch im Interview erwähnte, nicht nur demotiviert, sondern können sogar unter erheblichen behandlungsbedürftigen Stresssymptomen leiden. Und genau dieser Zusammenhang wurde in einer nicht zu unterschätzenden großen Studie herausgearbeitet.

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Schafft das Mitarbeitergespräch ab. Spart Frust, Zeit und Geld!

Wer kennt es nicht: Das Mitarbeitergespräch als mindestens jährliches Ritual. Alle Mitarbeiter dürfen bei ihren Chefs antanzen und – im besten Falle – in einem Dialog auf Augenhöhe gemeinsam die erbrachten Leistungen besprechen, zukünftige Ziele und die Weiterbildung erarbeiten. Für die MitarbeiterInnen ist das zwar ein überschaubarer Aufwand, allerdings führt er in der Breite der Belegschaft meistens zu Frustrationen. Schlimmer noch für die Führungkräfte, denn die führen immer soviele Gespräche wie ihnen MitarbeiterInnen unterstellt sind. Wirklich Lust haben ebenfalls die wenigstens drauf, denn sie bekommen ja (in)direkt mit, was ihre Untergebenen davon halten. Warum also sollte dieses Ritual eigentlich aufrecht erhalten werden? Klare Antwort: Weg damit.  Weiterlesen

Mitbestimmung führt zu besserer Arbeitgeberbewertung

Anfang Januar 2016 veröffentlichte der DGB den Online-Artikel „Junge Menschen im Job enorm unter Druck. Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander.“ Dort wurde über die 6. Sonderauswertung des regelmäßig erhobenen DGB-Index Gute Arbeit berichtet, die die Arbeitsbedingungen für junge Menschen in den Fokus nahm. Wie der Untertitel des Artikels unmissverständlich klarmacht: Die Ansprüche und Wünsche junger Generationen, die frisch im Arbeitsleben ankommen, sind das eine. Die Wirklichkeit ist indes etwas völlig anderes. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Arbeitgeber, die Mitbestimmung ermöglichen, schneiden in der Bewertung durch die jungen MitarbeiterInnen deutlich besser ab. Ein Vorteil für beide Seiten.

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Doku_ NEO15 11_2015

Vom 09. – 10. November fand die Next Economy Open (#NEO15) in Bonn statt. Ich hatte das Vergnügen, mit dabei zu sein und eine Session gemeinsam mit Thomas Sattelberger und Matthias Wendorf anzubieten: „Unternehmensdemokratie – Zukunft der Arbeit oder Witz der Woche.“ Zugegeben: Den Titel hatte ich schon beim Enjoy Workcamp 2014 in Stuttgart verwendet, aber gute Dinge nutzen sich nicht so schnell ab. Die Session war sehr gut besucht, um nicht zu sagen: voll. Hier meine Dokumentation:

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Lernen von den Widersprüchen der Landkooperativen Longo maï.

Vor kurzem habe ich eine neue Empfehlung in meinem Rezensionsblog „Zeuchs Buchtipps“ veröffentlicht: „Landkooperativen Longo maï. Pioniere einer gelebten Utopie.“ Die Lektüre über die verschiedenen, zusammenhängenden Landkooperativen war durchaus anregend, alleine schon aufgrund der differenzierten Darstellung durch den Autoren Andreas Schwab und die schöne Aufmachung mit zahlreichen Farbfotos durch den Rotpunktverlag. Während des Lesens wurde mir klar: Von Longo maï können (angehende) Unternehmensdemokraten viel lernen. Denn trotz aller Widersprüche, die sich in den Kooperativen finden lassen, sind sie einen anregende Quelle der Inspiration, wie Arbeiten auch anders funktionieren kann.

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