Wo Licht, da Schatten. Umgang mit Partizipation

Ich bekenne mich zum Grundgedanken der Partizipation. Die Gründe sind banal. Zum einen kann eine soziale Organisation ohne Partizipation schlichtweg nicht funktionieren. Es mag vielleicht zu Zeiten des Pyramidenbaus möglich gewesen sein, Menschen Arbeitsameisen gleich eingesetzt zu haben, doch haben die heutigen Gesellschafts- und Arbeitsentwürfe nichts mehr mit denen zu tun, die zu Zeiten der Pharaonen vorherrschten. Der absolute Herrscher ist im Wesentlichen durch eine, die Rechte des Individuums betonende Demokratie ersetzt worden.

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Warum Unternehmen in die Krise geraten

In zwei zuvor publizierten Beiträgen habe ich versucht, exemplarisch zu beschreiben, wie Unternehmen in die Krise kommen und aus dieser herausgeführt werden können. Weitere Beispiele werden in Zukunft beschrieben werden. Die Auswahl ist willkürlich, eine Selektion erfolgt in erster Linie über das Kriterium „Partizipation als Teil der Lösung“. Dahinter steht meine persönliche Erfahrung, dass Partizipation ein durchaus sinnvolles Lösungselement für Unternehmensführung, auch in der Krise, sein kann.

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Karriere-Vorbilder junger Deutscher

Wem eifern junge Deutsche, Frauen wie Männer, beruflich nach? Wen finden sie inspirierend, wer hat beruflich etwas erreicht, was junge Deutsche aufregend finden? Lassen sich in diesen Vorbildern emanzipierte Geschlechterrollen finden? Und was könnte man davon über die Zukunft der Arbeit ableiten, zumindest als erste Hypothesen? Eine aktuelle Untersuchung lässt tief blicken.

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Der Irrtum des Mancur Olson: Kollektives Handeln funktioniert doch.

Vor einer ganzen Weile erschien in der Reihe „Die Weltverbesserer“ der Frankfurter Allgemeine ein Artikel über den Beinahe-Wirtschaftsnobelpreisträger Mancur Olson. Gleich im ersten Abschnitt war zu lesen, warum Olson so großartig gewesen sein soll: Mit nur 33 Jahren habe er das „bahnbrechende“ Werk „Die Logik kollektiven Handelns“ veröffentlicht. Das großartige dieses Buches habe darin gelegen, dass Olson die angeblichen Schwierigkeiten oder gar Unmöglichkeiten analysierte, „eine freiwillige Organisation für die Interessen der breiten Masse zu bilden“ (Plickert, P. (2014): Der Abstieg der Nationen. Frankfurter Allgemeine, Ressort Wirtschaft. Online 24.08.2014).

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Die Unvermeidbarkeit hybrider Organisationen

Hybride Organisationen: In letzten Quartal hatte ich das Vergnügen, bei den beiden Berliner Unternehmen itacs GmbH und HRpepper GmbH & Co. KGaA je einen priomy CultureCheck durchzuführen. Eine Idee dieser Kulturuntersuchung besteht darin, den jeweiligen Stand der Selbstorganisation in einer Organisation zu erkunden: Welche Erfolge konnten schon erzielt werden und welche Entwicklungspotenziale gibt es? In beiden Fällen wurde etwas überdeutlich, was eigentlich vollkommen klar ist – und doch viel zu wenig thematisiert wird im aktuellen Diskurs zur Digitalen Transformation und Zukunft der Arbeit. Weiterlesen

Mythos Wettbewerb

In unserer Wirtschaft hält sich die Idee des Wettbewerbs, der zu stetem Fortschritt führe, immer noch tapfer. Ohne Wettbewerb keine Motivation fortzuschreiten, so tönt es seit ich denken kann. In den letzten Jahren sehen wir aber vermehrt Firmen, die zumindest in ihrer inneren Organisation auf Kooperation setzen, auf Neudeutsch Collaboration. Aber auch die Zusammenarbeit mit Akteuren außerhalb des Unternehmens kommt zum Beispiel mittels Open Innovation voran. Stehen wir vor einem Paradigmenwechsel? Sehen wir eine Verlagerung des Schwerpunkts, weg vom Wettbewerb hin zur Kooperation?

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Mitbestimmung neu erfinden

Mitbestimmung: Das, was wir heute mit Selbstorganisation im Zusammenhang mit Agilität, Augenhöhe oder New Work beschreiben, läuft bekanntermaßen schon seit Jahrzehnten in etwas anderer Variation unter dem Begriff Mitbestimmung. Allerdings ist der im Gegensatz zum systemtheoretisch wissenschaftlichen Begriff der Selbstorganisation politisch und ideologisch aufgeladen, wie ich das schon in meinem Beitrag über die Beiden Begriffe Unternehmensdemokratie und Selbstorganisation dargestellt habe. Leider folgern daraus eher Nach- als Vorteile. Deshalb wird es Zeit, den eigentlich passenden Begriff der Mitbestimmung zu entstauben und neu aufzuladen, mithin: neu zu erfinden.

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Aus dem Leben eines Interimsmanagers: Fall #1

Vor einigen Jahren dürfte ich als Interimmanager ein Unternehmen in der Restrukturierung federführend begleiten. Es handelte sich um ein Unternehmen der medizintechnischen Branche, welches in den 60er Jahren gegründet wurde und aufgrund seiner hervorragenden Produkte die Position des Weltmarktführers erobert hatte. Zweifelsohne waren auch heute noch die Produkte von hervorragender Qualität, jedoch hatte sich der Abstand zu den Konkurrenten minimiert. Obgleich die Produktpreise des Unternehmens über denen der Konkurrenz lagen, waren die Kunden bereit, diese Preise zu bezahlen, da das Unternehmen mit einer hervorragenden Servicequalität zu punkten imstande war.

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Selbstbestimmung. Mitbestimmung. Fremdbestimmung.

Heute versuche ich einmal mehr, ein bisschen Ordnung ins begriffliche Durcheinander der neuen Arbeitswelt zu bringen. Neben all den Buzzwords wie Agilität, Augenhöhe, New Work, Purpose Unternehmen und so weiter werden auch andere Begriffe meistens unsystematisch genutzt. Dazu gehört für mich die Trias Mitbestimmung, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.

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Empathie. Ein ambivalentes Element der Unternehmensdemokratie.

Empathie: Nachdem ich im Sommer 2016 nach Berlin umgezogen bin, begann ich, meine Netzwerke nach Kontakten in meiner neuen Wahlheimat zu durchstöbern. Und so bin ich wieder auf Dr. Eva Köppen gestoßen, die ein durchweg spannendes Profil aufweist: langjährige Forschung im Stanford Design Thinking Research Program, Forschung zu Transformationsprozessen in internationalen Organisationen, freiberufliche agile Coach und Design-Thinking-Strategin im IT- und Forschungsbereich, Lehraufträge an Berliner Hochschulen und nicht zuletzt die durch sie mitgegründete Initiative “Politics for Tomorrow”. In diesem Gespräch fokussieren wir uns auf die Verbindung von Unternehmensdemokratie und Empathie, basierend auf Ihrer Dissertation “Empathy by Design. Untersuchung einer Emphathie-geleiteten Reorganisation der Arbeitsweise”.

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