Mitbestimmung neu erfinden

Mitbestimmung: Das, was wir heute mit Selbstorganisation im Zusammenhang mit Agilität, Augenhöhe oder New Work beschreiben, läuft bekanntermaßen schon seit Jahrzehnten in etwas anderer Variation unter dem Begriff Mitbestimmung. Allerdings ist der im Gegensatz zum systemtheoretisch wissenschaftlichen Begriff der Selbstorganisation politisch und ideologisch aufgeladen, wie ich das schon in meinem Beitrag über die Beiden Begriffe Unternehmensdemokratie und Selbstorganisation dargestellt habe. Leider folgern daraus eher Nach- als Vorteile. Deshalb wird es Zeit, den eigentlich passenden Begriff der Mitbestimmung zu entstauben und neu aufzuladen, mithin: neu zu erfinden.

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Aus dem Leben eines Interimsmanagers: Fall #1

Vor einigen Jahren dürfte ich als Interimmanager ein Unternehmen in der Restrukturierung federführend begleiten. Es handelte sich um ein Unternehmen der medizintechnischen Branche, welches in den 60er Jahren gegründet wurde und aufgrund seiner hervorragenden Produkte die Position des Weltmarktführers erobert hatte. Zweifelsohne waren auch heute noch die Produkte von hervorragender Qualität, jedoch hatte sich der Abstand zu den Konkurrenten minimiert. Obgleich die Produktpreise des Unternehmens über denen der Konkurrenz lagen, waren die Kunden bereit, diese Preise zu bezahlen, da das Unternehmen mit einer hervorragenden Servicequalität zu punkten imstande war.

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Selbstbestimmung. Mitbestimmung. Fremdbestimmung.

Heute versuche ich einmal mehr, ein bisschen Ordnung ins begriffliche Durcheinander der neuen Arbeitswelt zu bringen. Neben all den Buzzwords wie Agilität, Augenhöhe, New Work, Purpose Unternehmen und so weiter werden auch andere Begriffe meistens unsystematisch genutzt. Dazu gehört für mich die Trias Mitbestimmung, Selbstbestimmung und Fremdbestimmung.

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Empathie. Ein ambivalentes Element der Unternehmensdemokratie.

Empathie: Nachdem ich im Sommer 2016 nach Berlin umgezogen bin, begann ich, meine Netzwerke nach Kontakten in meiner neuen Wahlheimat zu durchstöbern. Und so bin ich wieder auf Dr. Eva Köppen gestoßen, die ein durchweg spannendes Profil aufweist: langjährige Forschung im Stanford Design Thinking Research Program, Forschung zu Transformationsprozessen in internationalen Organisationen, freiberufliche agile Coach und Design-Thinking-Strategin im IT- und Forschungsbereich, Lehraufträge an Berliner Hochschulen und nicht zuletzt die durch sie mitgegründete Initiative “Politics for Tomorrow”. In diesem Gespräch fokussieren wir uns auf die Verbindung von Unternehmensdemokratie und Empathie, basierend auf Ihrer Dissertation “Empathy by Design. Untersuchung einer Emphathie-geleiteten Reorganisation der Arbeitsweise”.

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Kapitalismus und Materialismus – Kain und Abel

Vor einigen Tagen kam es auf Facebook aufgrund eines Posts zu einem Dialog, der zum Ausgangspunkt für diesen Gastbeitrag wurde. Der etwas reißerische Aufmacher des Posts war zugleich auch ein Zitat eines im Handelsblatt erschienen Kommentars. In diesem wurden die zweifelsohne vorhandene Notwendigkeit zur Reformierung des Kapitalismus mit der möglicherweise korrekten Tatsache verknüpft, dass der Durchschnittsamerikaner (angeblich?) von Monatsscheck zu Monatsscheck leben würde. Weiterlesen

Partizipation – Die zweite Seite einer Medaille. Teil 3

Was verstehen wir unter Partizipation? Die Kultur-Wissenschaft nennt sie Solidarität. Der Artikel „Was ist Partizipation?“ zeigt eine Seite der Medaille auf, die Außenseite. Die andere Seite der Medaille ist die Innenseite. Im ersten Teil der Trilogie sammelte ich für die “andere Seite der Medaille” Indizien aus der Geschichte. Mit meinem Kompass “Autonomie” zeigte ich über die Selbstbestimmungstheorie, wie subtil der Mensch durch das soziale Umfeld konditioniert werden kann. Im zweiten Teil ging ich auf die Entwicklungspsychologie ein, welche uns wiederum zeigte, dass Menschen sich in ihrem Bewusstsein entwickeln und schließlich die Ebenen “Autonom” und “Integriert” erlangen können. Schließlich führte ich die Berufserfahrungen der  Psychotherapeuten Erich Fromm’s und Scott Peck’s auf, die uns Auswirkungen des gebremsten Bewusstseins-Wachstum aufzeigen.

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Partizipation – Die zweite Seite einer Medaille. Teil 2

Was verstehen wir unter Partizipation? Die Kultur-Wissenschaft nennt sie Solidarität. Der Artikel „Was ist Partizipation?“ zeigt eine Seite der Medaille auf, die Außenseite. Im ersten Teil dieser Trilogie wies ich auf Indizien der Geschichte für die zweite Seite der Medaille hin. Als Kompass nahm ich das Wort “Autonomie”, was laut Wiki “Eigengesetzlichkeit” bedeutet. Dieser Kompass führte mich zur Selbstbestimmungs- Theorie nach Ryan und Deci, welche zeigte, wie subtil der Mensch, aufgrund von sozialen Umständen, konditioniert werden kann und als Folge davon sogar Fehl- Identifizierungen entwickelt.

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Partizipation – Die zweite Seite einer Medaille. Teil 1

Was verstehen wir unter Partizipation? Ein Begriff, der in vielen unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen eine große Rolle spielt. Ein Phänomen, das in jeder Organisation, in jeder Gruppe/Team, in jeder Beziehung die Substanz der jeweiligen Kultur ausmacht. Die Kultur-Wissenschaft nennt sie Solidarität. Der Artikel „Was ist Partizipation?“ zeigt eine Seite der Medaille auf, die Außenseite.  Die andere Seite der Medaille ist die Innenseite. Wir können dem Menschen alle äußerlichen Freiheiten geben und er würde sie vielleicht doch nicht nutzen können. Denn die Freiheit, die er zudem benötigt, ist die Freiheit im Bewusstsein, die Reife der „Integrierten Stufe“.

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Tempolimit, Fleischkonsum und falsch verstandene Freiheit

In den letzten Jahren bis Monaten wurden ein paar Themen zu echten Reizwörtern – und dazu gehört auch das aktuell heiß diskutierte Tempolimit auf deutschen Autobahnen sowie – schon viel länger – unser täglich Fleischkonsum. Ich habe mir jetzt lang genug so manche Meinungsäußerung angehört und mich selbst bislang bestenfalls im einen oder anderen Tweet dazu geäußert. Es wird Zeit, diese aktuellen Streitthemen auch mal im Kontext der Unternehmens- und Wirtschaftsdemokratie zu beleuchten.

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Mehr Humorkratie wagen!

Seit gestern Abend ist es nun offiziell: Die SPD löst sich auf und der komplette Vorstand von Volkswagen ist zurückgetreten.
In den Nachrichtenmeldungen heißt es unisono, dass die Gründe in beiden Fällen auf ein massives Versagen in den Führungsetagen zurückzuführen sei.
Im Falle von Volkswagen sei es inbesondere die fehlende Kompetenz des CJO (Chief Jest Officer) gewesen, die zum erheblichen Vertrauensverlust bei den Aktionären und in der Belegschaft geführt hatte.

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