Mitbestimmung neu erfinden

Mitbestimmung: Das, was wir heute mit Selbstorganisation im Zusammenhang mit Agilität, Augenhöhe oder New Work beschreiben, läuft bekanntermaßen schon seit Jahrzehnten in etwas anderer Variation unter dem Begriff Mitbestimmung. Allerdings ist der im Gegensatz zum systemtheoretisch wissenschaftlichen Begriff der Selbstorganisation politisch und ideologisch aufgeladen, wie ich das schon in meinem Beitrag über die Beiden Begriffe Unternehmensdemokratie und Selbstorganisation dargestellt habe. Leider folgern daraus eher Nach- als Vorteile. Deshalb wird es Zeit, den eigentlich passenden Begriff der Mitbestimmung zu entstauben und neu aufzuladen, mithin: neu zu erfinden.

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Beitragsbild zur Illustration einer Feuerwehr

Autonomie und Bindung. Warum wir selbstbestimmte Arbeit brauchen.

Autonomie: Neulich in Pirmasens: Dort wird der Bärenanteil der Feuerwehr ehrenamtlich getragen. 90 freiwillige Feuerwehrleute, 18 Beamte und 3 Verwaltungsmitarbeiter. Das Verhältnis lässt nicht viel Interpretationsspielraum über die Bedeutung der Ehrenamtler. Und nun kommt der Witz: von diesen 90 Personen haben knapp 50% (48,9%) ihre Arbeit vorzeitig beendet. Sie hatten unter den dortigen Bedingungen keine Lust mehr, der Stadt und den Menschen zu dienen und im Ernstfall ihr Leben zu riskieren. Was war passiert?

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Unterwegs im Meer der Selbstorganisation. Ein Abenteuerreisebericht.

Es gibt da diese zwei Sätze in Angebotspräsentationen meines Unternehmens HRpepper, über die ich mich jedes Mal besonders freue: „Wir sind keine klassische Unternehmensberatung und wollen es auch nicht sein. Alle Mitglieder von HRpepper vereint eine gemeinsame Werthaltung, die wir sowohl nach innen als auch nach außen leben.“

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Nestlé: Was aus einer guten Idee wurde

Zum Jahreswechsel 2017/2018 war ich in der Schweiz in der Nähe von Vevey. An einem der meteorologisch zumeist tristen Tage führte mich ein Freund in eine Schokoladenfabrik zur Produktionsbesichtigung. Was ich vorab nicht wusste: Die Fabrik gehört zum Imperium von Nestlé. Nach einem etwas skurrilen Parcours durch die Geschichte der Schokoloade kam man in einen Raum, in dem die verschiedenen Akteure der Schokoladenproduktion vorgestellt wurden. Und natürlich ging es auch um die faire Behandlung der Kakao- und Milchbauern, egal ob sie irgendwo in Afrika oder in der schweizer Nachbarschaft ihre Arbeit verrichten. Wenn man sonst nichts mitbekommt über das Unternehmen, konnte man glauben, dass es immer noch so nobel unterwegs ist, wie dessen Gründer.

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Kulturwandel: Erwünschte Nebenwirkung

Es gibt viel zu tun in den meisten Unternehmen und Organisationen, kaum eine Organisation wartet auf einen Kulturwandel. Schließlich beklagen die wenigsten MitarbeiterInnen und Führungskräfte einen  Arbeitsmangel, auch wenn es mittlerweile ergänzend zum Burnout den Bore-Out gibt. Bekanntermaßen findet vielmehr eine Verdichtung der Arbeit statt, immer mehr muss von immer weniger Angestellten geleistet werden. Lassen wir mal die Kritik beiseite, die hier angebracht wäre, denn warum sollten wir endlos die Produktivität steigern und verkrampft versuchen, ewig weiter zu wachsen (die Antworten der Standardökonomie sind ebenso klar wie brüchig)? Darum geht es mir hier nicht. Ich möchte etwas anderes reflektieren: Wenn der Arbeitsdruck derart hoch ist, wie können dann noch die zusätzlich dauernd auftauchenden Veränderungs-Projekte mit dem Ziel von Kulturwandel erfolgreich durchgeführt werden? Zum Beispiel, indem ein Team noch im Hochseilgarten rumturnt? Die Lösung ist ganz einfach, dazu folgendes Fallbeispiel aus unserer eigenen Praxis:

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HHLA – Pseudokritik an Unternehmensdemokratie

 

HHLA – ein Fall gescheiterter Unternehmensdemokratie? Fangen wir von vorne an. HHLA? Das ist die Hamburger Hafen und Lagerhaus Aktiengesellschaft. Im März 1885 als Hamburger Freihafen-Lagerhaus Gesellschaft gegründet und bis heute auf über 5500 Mitarbeiter*innen angewachsen. Ihr Kerngeschäft besteht heute aus den vier Bereichen Container (drei von vier Containerterminals des Hamburger Hafens), intermodaler Verkehr (Containertransport auf Schiene und Straße) und Immobilien. Das erste mal wurde ich 2014 auf das Unternehmen aufmerksam. Damals suchte ich noch Fallbeispiele für mein letztes Buch „Alle Macht für niemand“ – und fand einen Artikel in dem Band „Zukunftsfähige Gesundheitspolitik im Betrieb“.

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Das Unmögliche wagen: Demokratie im Knast!

Ich habe vier Jahre Knasterfahrung. Ja, natürlich nicht als Insasse. Ich war von 1999-2003 honorarbeauftragter Musiktherapeut der Sozialtherapeutischen Strafanstalt Hohen-Asperg, Baden-Württemberg. Diese Einrichtungen sind bereits ganz besondere Gefängnisse. Dort finden sich all jene Gefangenen, die bereit sind, verschiedene therapeutische Angebote zu nutzen, um nach der Entlassung eine bessere Chance zur Reintegration zu haben. Mit anderen Worten: Dort finden sich Gefangene, die bereits ein relativ hohes Maß an Eigenverantwortung für ihre Taten übernehmen. Und was hat das nun mit Unternehmensdemokratie zu tun? Dreht der Zeuch jetzt völlig ab?

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Der Preis der Disruption

Disruption! Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, das man dem Tinnitus nahe ist: Alte, Jahrzehnte erprobte Industrien werden von den jungen disruptiven Innovatoren bedroht. Es sei fraglich, ob sie den Anschluss an sich radikal verändernde Märkte noch schaffen und die nächsten 20 oder 30 Jahre überleben. In diesem Zusammenhang fallen dann Namen wie Tesla und Uber ebenso sicher wie das Amen in der Kirche. Passt ja auch, zumal das Ganze Innovationsevangelistentum dank neuer, innovativer Jobtitel (Chief Innovation Evangelist) eine nachweislich religiöse Angelegenheit ist. Ergo werden entsprechenden Innovations-Bergpredigten gehalten, und der neue Messias tritt gleich in verschiedenen Gestalten auf. Elon Musk, ein Wunder, dass er nicht über Wasser laufen kann. Und Trevor Kannick hat ein so herrlich innovatives Führungsverständnis als kapitalistischer Möchtegern-Tyrann, dass ihm alle Rendite geilen Investoren die  Milliarden persönlich hinterhertragen. Mal ganz abgesehen davon, ob sich die permanenten Disruptionsbeschwörungen am Ende als richtig erweisen werden, stellt sich noch eine Frage, die bislang viel zu wenig diskutiert wird: Welchen Preis hat alleine nur der Versuch echter marktverändernder Innovationen?

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Reinventing Organizations. Ein Transformations-Placebo?, Teil 2

Nach dem Auftakt zu unserer Laloux Kritik von Mark ist dies nun der zweite Teil, in dem ich weitere Probleme aufzeigen werde. Unbestritten ist für uns der positive Effekt, den Lalouxs Buch auf die Transformations-Bewegung hatte und hat. Wenn durch sein Buch Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber oder auch Mitarbeiter inspiriert werden, sich auf die Reise zu einer “evolutionären” Organisation zu begeben, spielt es keine allzugroße Rolle, ob es konzeptuelle Schwächen oder sogar Widersprüche gibt. Problematisch wird es, wenn sich LeserInnen anfangen auf die Inhalte zu verlassen. Wer noch keine oder wenig Erfahrung mit alternativen Formen der Unternehmensgestaltung und -führung hat, läuft Gefahr, unbeabsichtigte Fallstricke zu übersehen. Es entsteht ein trügerisches Zielbild, was evolutionäre von traditionellen Organisationen unterscheidet und wie sie methodisch entwickelt werden können.

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Ein einmaliges Geschenk für die Mitarbeiter

1993 gründete Peter Neumark sein Unternehmen Classic Motor Cars (CMC)  in Bridgnorth, Shropshire gemeinsam mit zwei Kollegen und baute es vorwiegend mit eigenen Investitionen auf. Die drei teilten ihre Leidenschaft für Fahrzeuge der Marke Jaguar und begannen Ihre Arbeit von einer kleinen Geschäftseinheit auf dem Stanmore Industrial Estate. Ihre leidenschaftliche Mission bestand darin, gewissermaßen das Erbe von Jaguar Modellen wiederherzustellen. Und so belebten sie wieder einige der historischsten Jaguar Modelle, die je gebaute wurden, ganz zur Freude von Oldtimer Fans. In den Jahren von 1993 bis 2001 baute sich CMC eine hervorragende internationale Reputation auf, indem sie zunächst eine Menge verschiedener Jaguar Modelle liebevoll restaurierten.

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