Rahmenregulation für eine Neue Wirtschaft

Am 08. Oktober 2018 veröffentlichte ich gemeinsam mit Daniela und Stefan Röcker in diesem Blog unsere Replik auf den „Kompass für die neue Arbeitswelt“ von Mark Poppenborg. Eine Aussage von Poppenborg hatte es uns besonders angetan: „Die Wirtschaft lässt sich nicht von uns gestalten.“ Wir haben in dem verlinkten Beitrag anhand einiger historischer Beispiele gezeigt, das diese Aussage – maximal nüchtern formuliert – sachlich falsch ist. Mit diesem Beitrag möchte ich nun für die Zukunft der Arbeit, beziehungsweise für die Zukunft der Wirtschaft ein paar grobe Konzepte vorstellen, die von anderen bereits entwickelt wurden und meines Erachtens großes Potential haben, unsere Wirtschaft enkelsicher zu gestalten. Weg von tumben Ausbeutungsstrategien hin zu einer für alle gesunden Gemeinwohlorientierung.

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Es geht LOS! Auf dem Weg zu Bürger*innenräten

Heute gibt’s bei den Unternehmensdemokraten mal ein originär demokratisches Thema, das zur Abwechslung nichts bis wenig mit Unternehmen zu tun hat. Ilan Siebert, ein junger Berliner Kollege, hat mit einigen Gleichgesinnten einen Verein gegründet, um Bürger*innenräte in Deutschland salonfähig zu machen. In diesem Beitrag geben wir Ilan und seiner Kollegin Käthe … den Raum, um ihr innovatives und spannendes Projekt außerhalb ihrer eigenen Filterblase vorzustellen.

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Ist New Work Anarchie? (Teil 1)

Die Frage, ob New Work Anarchie ist, beschäftigt mich seit ich entdeckt habe, dass hinter dem Begriff wesentlich mehr steckt, als das, was landläufig darunter verstanden wird. Ich würde die Frage im Moment (noch) nicht mit einem uneingeschränkten „Ja“ beantworten, allerdings stecken im Anarchismus naturgemäß Selbstverwaltung, Selbstorganisation und Eigenverantwortung. Und je mehr ich mich mit der Anarchie beschäftige, umso mehr Impulse und spannende Ideen für meine Beschäftigung mit selbstbestimmtem Arbeiten begegnen mir. In Teil 1 meiner mehrteiligen Blogreihe, räume ich erst einmal mit ein paar Stereotypen auf und gebe einen Überblick, was Anarchismus sein kann. Weiterlesen

CSR reloaded – oder die Stadt der weißen Männer

„CSR beschreibt die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen in Umwelt und Gesellschaft.“ – Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz gelesen, selbst geschrieben oder ausgesprochen habe, vermutlich unzählige Male im Laufe der letzten 6 Jahre.

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Wie Sparpolitik zu rechtem Wählerverhalten führt

Sparpolitik. Am 30. Januar 1933 war es soweit: Hitler kam an die Macht und wurde zum Reichskanzler ernannt. Es war der formale Beginn einer heraufziehenden apokalyptischen Zeit. Durch die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 24. März desselben Jahres sowie das am 01. Dezember 1933 in Kraft getretene „Gesetz zur Sicherung der Einheit Partei und Staat“ vollzog sich der Umbau zum totalitären Einparteienstaat in großer Geschwindigkeit. Die bisherige Lesart lag vor allem in den Auswirkungen des Versailler Vertrags, der großen Depression und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit, die zum geschichtsverändernden Aufstieg und Erfolg der NSDAP beitrug. Vor knapp einem Jahr publizierte indes eine internationale Forschergruppe (Universität Bocconi, University of California, London School of Hygiene & Tropical Medicine) eine Untersuchung, die einen anderen Zusammenhang herausarbeitet, der gerade für unsere heutige Zeit und den international erstarkenden Rechtspopulismus äußerst interessant ist: „Austerity and the rise of the Nazi Party“.

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Wirtschaftswachstum ade, Teil 1: Kinder verdienen weniger als ihre Eltern

Wirtschaftswachstum: Der zwanghafte, wahnhafte Glaube an ein unendliches Wirtschafts-Wachstum hat schon eine Weile Risse. Ihre Befürworter glauben zwar immer noch ungebrochen daran, wie jüngst der Dokumentarfilm „System Error“ teils eindrücklich zeigte (ich hatte das Vergnügen, bei der Premiere in Berlin dabei zu sein). Neben der grundsätzlichen Gretchenfrage, wie in einem begrenzten System unendliches Wachstum möglich sein soll, kam 2016 noch eine globale Studie hinzu, die den Mythos vom Wachstum massiv in Frage stellt. Dabei ist das durchführende Institut frei von jeglichem kapitalismuskritischen Verdacht: Das McKinsey Global Institute.

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Familienfreundlichkeit als Utopie?

Familienfreundlichkeit im Unternehmen – eine Utopie?

„Familienfreundlichkeit ist tief in unserer Unternehmensstrategie verankert. Unser Ziel ist eine vernünftige Balance zwischen Beruf und Privatleben. Deshalb haben wir in den letzten Jahren individuelle flexible Arbeitszeitmodelle geschaffen. Wir bieten unseren Mitarbeitern in allen Lebensphasen geeignete Unterstützung an.“

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Demokratie ist mehr als nur „abstimmen“. Was Unternehmens- demokratie von der Politikwissenschaft lernen kann. #2

Dies ist der zweite Teil des Beitrags „Demokratie ist mehr als nur abstimmen“. Unser Gastautor Thomas Michl erläutert, warum die Thematik dieses Zweiteilers überhaupt wichtig ist, wie Demokratie im Einklang mit Effektivität und Effizienz steht, beschreibt Unternehmen kurz als komplexe Systeme und warum Unternehmensdemokratie einen passenden Rahmen für Entscheidungswerkzeuge darstellt, die zur Komplexität der Organisationen und ihrer Umwelten passen.

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Demokratie ist mehr als nur abstimmen. Was Unternehmens- demokratie von der Politikwissenschaft lernen kann. #1

Schon seit geraumer Zeit beobachte ich mit großem Interesse die Diskussion um die Thematik der Unternehmensdemokratie. Oft stört mich an der Diskussion eines im besonderen Maße: Unabhängig, ob Befürworter oder Kritiker – beide Seiten neigen dazu, den Demokratiebegriff – ich will nicht sagen zu verstümmeln – aber zumindest zu verkürzen und zu reduzieren. Natürlich mag der eine oder andere einwenden, dass die politikwissenschaftliche Verwendung des Demokratiebegriffs nicht ohne Weiteres auf den Unternehmenskontext übertragbar ist. Ich persönlich vertrete jedoch eine andere Auffassung, die auch von Andreas Zeuch geteilt wird.

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Ab ins Silicon Valley, nieder mit der Demokratie!

Silicon Valley. Der Aufschrei war groß. Daten von 50 Millionen Facebook Nutzern sollen durch Cambridge Analytica illegal missbraucht worden sein. Mark Zuckerberg soll möglicherweise vor verschiedenen Parlamenten und Gremien Stellung beziehen. Unsere neue deutsche Justizministerin Katarina Barley kann sich gleich profilieren und Facebook in die Verantwortung rufen, selbst dann, wenn die Dienstleister und deren Server nicht in Deutschland oder Europa betrieben werden. Ich muss sagen: Als mir der Fall bekannt wurde, war ich von den Socken. Oh Wunder! Nutzerdaten werden missbraucht. Und das auch noch zum Zwecke politischer Einflussnahme, vulgo Manipulation. Vielleicht wird es mal Zeit, ein paar grundsätzliche Entwicklungen der letzten ca. 15-20 Jahre vor dem Hintergrund eines „Cogito ergo sum“ in Augenschein zu nehmen und einer fundamentalen Kritik zu unterziehen. Denn was wir jetzt erleben ist das Ergebnis technikgläubiger Digitalisierung, wenn wir keinen passenden kulturellen Rahmen mitentwickeln. Kurz: Facebook ist nur ein Symptom, mit Sicherheit nicht die Ursache.

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