CSR reloaded – oder die Stadt der weißen Männer

„CSR beschreibt die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen in Umwelt und Gesellschaft.“ – Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz gelesen, selbst geschrieben oder ausgesprochen habe, vermutlich unzählige Male im Laufe der letzten 6 Jahre.

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Wie Sparpolitik zu rechtem Wählerverhalten führt

Sparpolitik. Am 30. Januar 1933 war es soweit: Hitler kam an die Macht und wurde zum Reichskanzler ernannt. Es war der formale Beginn einer heraufziehenden apokalyptischen Zeit. Durch die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 24. März desselben Jahres sowie das am 01. Dezember 1933 in Kraft getretene „Gesetz zur Sicherung der Einheit Partei und Staat“ vollzog sich der Umbau zum totalitären Einparteienstaat in großer Geschwindigkeit. Die bisherige Lesart lag vor allem in den Auswirkungen des Versailler Vertrags, der großen Depression und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit, die zum geschichtsverändernden Aufstieg und Erfolg der NSDAP beitrug. Vor knapp einem Jahr publizierte indes eine internationale Forschergruppe (Universität Bocconi, University of California, London School of Hygiene & Tropical Medicine) eine Untersuchung, die einen anderen Zusammenhang herausarbeitet, der gerade für unsere heutige Zeit und den international erstarkenden Rechtspopulismus äußerst interessant ist: „Austerity and the rise of the Nazi Party“.

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Wirtschaftswachstum ade, Teil 1: Kinder verdienen weniger als ihre Eltern

Wirtschaftswachstum: Der zwanghafte, wahnhafte Glaube an ein unendliches Wirtschafts-Wachstum hat schon eine Weile Risse. Ihre Befürworter glauben zwar immer noch ungebrochen daran, wie jüngst der Dokumentarfilm „System Error“ teils eindrücklich zeigte (ich hatte das Vergnügen, bei der Premiere in Berlin dabei zu sein). Neben der grundsätzlichen Gretchenfrage, wie in einem begrenzten System unendliches Wachstum möglich sein soll, kam 2016 noch eine globale Studie hinzu, die den Mythos vom Wachstum massiv in Frage stellt. Dabei ist das durchführende Institut frei von jeglichem kapitalismuskritischen Verdacht: Das McKinsey Global Institute.

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Familienfreundlichkeit als Utopie?

Familienfreundlichkeit im Unternehmen – eine Utopie?

„Familienfreundlichkeit ist tief in unserer Unternehmensstrategie verankert. Unser Ziel ist eine vernünftige Balance zwischen Beruf und Privatleben. Deshalb haben wir in den letzten Jahren individuelle flexible Arbeitszeitmodelle geschaffen. Wir bieten unseren Mitarbeitern in allen Lebensphasen geeignete Unterstützung an.“

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Demokratie ist mehr als nur „abstimmen“. Was Unternehmens- demokratie von der Politikwissenschaft lernen kann. #2

Dies ist der zweite Teil des Beitrags „Demokratie ist mehr als nur abstimmen“. Unser Gastautor Thomas Michl erläutert, warum die Thematik dieses Zweiteilers überhaupt wichtig ist, wie Demokratie im Einklang mit Effektivität und Effizienz steht, beschreibt Unternehmen kurz als komplexe Systeme und warum Unternehmensdemokratie einen passenden Rahmen für Entscheidungswerkzeuge darstellt, die zur Komplexität der Organisationen und ihrer Umwelten passen.

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Demokratie ist mehr als nur abstimmen. Was Unternehmens- demokratie von der Politikwissenschaft lernen kann. #1

Schon seit geraumer Zeit beobachte ich mit großem Interesse die Diskussion um die Thematik der Unternehmensdemokratie. Oft stört mich an der Diskussion eines im besonderen Maße: Unabhängig, ob Befürworter oder Kritiker – beide Seiten neigen dazu, den Demokratiebegriff – ich will nicht sagen zu verstümmeln – aber zumindest zu verkürzen und zu reduzieren. Natürlich mag der eine oder andere einwenden, dass die politikwissenschaftliche Verwendung des Demokratiebegriffs nicht ohne Weiteres auf den Unternehmenskontext übertragbar ist. Ich persönlich vertrete jedoch eine andere Auffassung, die auch von Andreas Zeuch geteilt wird.

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Ab ins Silicon Valley, nieder mit der Demokratie!

Silicon Valley. Der Aufschrei war groß. Daten von 50 Millionen Facebook Nutzern sollen durch Cambridge Analytica illegal missbraucht worden sein. Mark Zuckerberg soll möglicherweise vor verschiedenen Parlamenten und Gremien Stellung beziehen. Unsere neue deutsche Justizministerin Katarina Barley kann sich gleich profilieren und Facebook in die Verantwortung rufen, selbst dann, wenn die Dienstleister und deren Server nicht in Deutschland oder Europa betrieben werden. Ich muss sagen: Als mir der Fall bekannt wurde, war ich von den Socken. Oh Wunder! Nutzerdaten werden missbraucht. Und das auch noch zum Zwecke politischer Einflussnahme, vulgo Manipulation. Vielleicht wird es mal Zeit, ein paar grundsätzliche Entwicklungen der letzten ca. 15-20 Jahre vor dem Hintergrund eines „Cogito ergo sum“ in Augenschein zu nehmen und einer fundamentalen Kritik zu unterziehen. Denn was wir jetzt erleben ist das Ergebnis technikgläubiger Digitalisierung, wenn wir keinen passenden kulturellen Rahmen mitentwickeln. Kurz: Facebook ist nur ein Symptom, mit Sicherheit nicht die Ursache.

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Die CSR Sau

CSR: Es wird Zeit, einen weiteren Pflock einzuschlagen, eine klare Positionierung vorzunehmen: Wie sinnvoll ist eigentlich Corporate Social Responsibility, die unternehmerische Verantwortung, als längst nicht mehr neue, aber immer noch anhaltende Erscheinung im Reigen allgegenwärtiger Managementthemen? Wer die Entwicklung von Managementthemen beobachtet, könnte auf die Idee kommen, dass wir die Verantwortung von Unternehmen erst in der Post-Postmoderne entdeckt und entwickelt haben. Dabei sieht die Sache gänzlich anders aus.

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Deals statt Politik?

Deals statt Politik

Kann man Staaten wie Unternehmen führen?

Deals statt Politik? Seit dem Wahlsieg von Donald Trump in den USA weht ein neuer Wind: Anstatt von Diplomatie und Multilateralismus werden jetzt Deals geschmiedet und der Ton ist rauer geworden, denn das ist so im „Big Business“ üblich. Mittlerweile gibt es ähnliche Tendenzen auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Tschechien. Dort hat der umstrittener Milliardär Andrej Babiš das Rennen gewonnen und will nun Politik auf Grundlage von „Deals“ machen. Er möchte auch, ähnlich wie Donald Trump, den Staat wie ein Unternehmen führen. Doch ist das wirklich möglich oder gar sinnvoll?
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Sexismus-Dialog statt -Debatte

Sexismus-Dialog statt -Debatte: Wir müssen reden

Wir müssen reden. Dringend. Innerhalb weniger Wochen bin ich mehrmals von Männern gefragt worden „Wie ist das jetzt mit dem Sexismus? Darf ich jetzt noch nicht mal mehr jemanden ansprechen oder gucken?“ „Du Vollhonk, was soll so eine dämliche Frage, was hat das eine mit dem anderen zu tun?“, hätte ich einem spontanen Impuls nachgebend am liebsten entgegnet, aber ganz ehrlich? Ich weiss es manchmal selbst nicht – zumindest nicht immer sofort in der jeweiligen Situation, sondern erst in der Reflexion darüber.

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