Tempolimit, Fleischkonsum und falsch verstandene Freiheit

In den letzten Jahren bis Monaten wurden ein paar Themen zu echten Reizwörtern – und dazu gehört auch das aktuell heiß diskutierte Tempolimit auf deutschen Autobahnen sowie – schon viel länger – unser täglich Fleischkonsum. Ich habe mir jetzt lang genug so manche Meinungsäußerung angehört und mich selbst bislang bestenfalls im einen oder anderen Tweet dazu geäußert. Es wird Zeit, diese aktuellen Streitthemen auch mal im Kontext der Unternehmens- und Wirtschaftsdemokratie zu beleuchten.

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Privatisierung. Das Märchen von mehr Effizienz.

Früher oder später wird uns immer wieder dasselbe Märchen aufgetischt. Privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen seien viel effizienter als staatliche Betriebe. Schließlich müssen sie sich der Marktwirtschaft aussetzen und könnten kraft ihrer potenten Geschäftsmodelle viel eher eine stabile Wirtschaftlichkeit entwickeln, alles angeblich zum Nutzen der Kunden. Staatsbetriebe wären indes nur Subventionen verschlingende Misswirtschaft. Denkt doch bitte einfach nur mal kurz an die VEB, die „Volkseigenen Betriebe“ aus der DDR. Und die ist doch am Ende auch untergegangen, oder?

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World Values Survey – ändert sich die Welt zum Besseren?

Eigentlich wird es überzeugten Demokraten heutzutage schnell speiübel: Allen voran #kingdonald Trump, der egomanische Lügenbold, der täglich auf die Errungenschaften der Demokratie spuckt, dann Erdogan, Farage, Gauweiler & Co., Le Pen, Orban, Salvini, Wilders; seit Monaten das irrsinnige Brexitspektakel. Der nationalistische Backlash ist längst eine internationale Bewegung. Aber was, wenn wir wüssten, dass sich trotz alledem die Welt zum Besseren ändert? Und tatsächlich: Genau das impliziert der World Values Survey. Ein Grund zur Hoffnung.

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Neue Arbeit & Chancengleichheit: Wider elitäre Seilschaften

Es ist schon erstaunlich. Da leben wir längst in einer digital hochvernetzten Zeit, in der die meisten Bürger*innen der westlichen Welt Mitglied in einem oder mehreren der einschlägigen professionellen wie privaten Sozialen Netzwerke sind. Und doch ist eine berufliche Chancengleichheit immer noch nicht gegeben. Das zeigt eine Studie zu den Vorteilen des Besuchs englischer Eliteschulen.

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Rahmenregulation für eine Neue Wirtschaft

Am 08. Oktober 2018 veröffentlichte ich gemeinsam mit Daniela und Stefan Röcker in diesem Blog unsere Replik auf den „Kompass für die neue Arbeitswelt“ von Mark Poppenborg. Eine Aussage von Poppenborg hatte es uns besonders angetan: „Die Wirtschaft lässt sich nicht von uns gestalten.“ Wir haben in dem verlinkten Beitrag anhand einiger historischer Beispiele gezeigt, das diese Aussage – maximal nüchtern formuliert – sachlich falsch ist. Mit diesem Beitrag möchte ich nun für die Zukunft der Arbeit, beziehungsweise für die Zukunft der Wirtschaft ein paar grobe Konzepte vorstellen, die von anderen bereits entwickelt wurden und meines Erachtens großes Potential haben, unsere Wirtschaft enkelsicher zu gestalten. Weg von tumben Ausbeutungsstrategien hin zu einer für alle gesunden Gemeinwohlorientierung.

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Es geht LOS! Auf dem Weg zu Bürger*innenräten

Heute gibt’s bei den Unternehmensdemokraten mal ein originär demokratisches Thema, das zur Abwechslung nichts bis wenig mit Unternehmen zu tun hat. Ilan Siebert, ein junger Berliner Kollege, hat mit einigen Gleichgesinnten einen Verein gegründet, um Bürger*innenräte in Deutschland salonfähig zu machen. In diesem Beitrag geben wir Ilan und seiner Kollegin Käthe … den Raum, um ihr innovatives und spannendes Projekt außerhalb ihrer eigenen Filterblase vorzustellen.

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Ist New Work Anarchie? (Teil 1)

Die Frage, ob New Work Anarchie ist, beschäftigt mich seit ich entdeckt habe, dass hinter dem Begriff wesentlich mehr steckt, als das, was landläufig darunter verstanden wird. Ich würde die Frage im Moment (noch) nicht mit einem uneingeschränkten „Ja“ beantworten, allerdings stecken im Anarchismus naturgemäß Selbstverwaltung, Selbstorganisation und Eigenverantwortung. Und je mehr ich mich mit der Anarchie beschäftige, umso mehr Impulse und spannende Ideen für meine Beschäftigung mit selbstbestimmtem Arbeiten begegnen mir. In Teil 1 meiner mehrteiligen Blogreihe, räume ich erst einmal mit ein paar Stereotypen auf und gebe einen Überblick, was Anarchismus sein kann. Weiterlesen

CSR reloaded – oder die Stadt der weißen Männer

„CSR beschreibt die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen in Umwelt und Gesellschaft.“ – Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz gelesen, selbst geschrieben oder ausgesprochen habe, vermutlich unzählige Male im Laufe der letzten 6 Jahre.

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Wie Sparpolitik zu rechtem Wählerverhalten führt

Sparpolitik. Am 30. Januar 1933 war es soweit: Hitler kam an die Macht und wurde zum Reichskanzler ernannt. Es war der formale Beginn einer heraufziehenden apokalyptischen Zeit. Durch die Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 24. März desselben Jahres sowie das am 01. Dezember 1933 in Kraft getretene „Gesetz zur Sicherung der Einheit Partei und Staat“ vollzog sich der Umbau zum totalitären Einparteienstaat in großer Geschwindigkeit. Die bisherige Lesart lag vor allem in den Auswirkungen des Versailler Vertrags, der großen Depression und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit, die zum geschichtsverändernden Aufstieg und Erfolg der NSDAP beitrug. Vor knapp einem Jahr publizierte indes eine internationale Forschergruppe (Universität Bocconi, University of California, London School of Hygiene & Tropical Medicine) eine Untersuchung, die einen anderen Zusammenhang herausarbeitet, der gerade für unsere heutige Zeit und den international erstarkenden Rechtspopulismus äußerst interessant ist: „Austerity and the rise of the Nazi Party“.

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Wirtschaftswachstum ade, Teil 1: Kinder verdienen weniger als ihre Eltern

Wirtschaftswachstum: Der zwanghafte, wahnhafte Glaube an ein unendliches Wirtschafts-Wachstum hat schon eine Weile Risse. Ihre Befürworter glauben zwar immer noch ungebrochen daran, wie jüngst der Dokumentarfilm „System Error“ teils eindrücklich zeigte (ich hatte das Vergnügen, bei der Premiere in Berlin dabei zu sein). Neben der grundsätzlichen Gretchenfrage, wie in einem begrenzten System unendliches Wachstum möglich sein soll, kam 2016 noch eine globale Studie hinzu, die den Mythos vom Wachstum massiv in Frage stellt. Dabei ist das durchführende Institut frei von jeglichem kapitalismuskritischen Verdacht: Das McKinsey Global Institute.

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