Wähl den Chef! Fortschritt oder Rückschritt?

Wann ist eine Organisation „demokratisch“? Zwei Antworten sind typisch: Erstens Basisdemokratie, sprich alle kochen mit, also genau genommen: Alle entscheiden was gekocht wird, wieviel davon, wo die Zutaten besorgt werden, gehen einkaufen, fangen gemeinsam an, die Ingredienzien zu putzen und zu schnippeln, kochen, dünsten, pochieren, backen, braten; drapieren anschließend zusammen alles hübsch auf dem Teller, den sie den Gästen bringen, die sie zuvor gemeinsam angesprochen haben, um sie in ein Restaurant zu locken, dass sie zuvor in trauter Runde gepachtet und eingerichtet haben. Nun ja, was davon zu halten ist, brauchen wir vermutlich nicht lange diskutieren. Zweitens wird mit Unternehmensdemokratie gerne die Wahl von Führungskräften assoziiert. Das scheint bei einigen Unternehmen gerade in Mode zu kommen, gibt es doch medial prominente Vorreiter, die Führungskräftewahl, das Management by Election – sagen wir – wenig zurückhaltend als das neue New Work Credo in möglichst vielen Organisationen implementieren wollen. Aha. Wahlen also. Aber wie demokratisch sind Wahlen eigentlich? Und wie funktional und zielführend?

Weiterlesen

Neue EU-Richtlinie CSR 2017

CSR – neue EU-Richtlinie ab 2017

Es ist schwierig mit dem Thema CSR (Corporate Social Responsibility) – in Deutschland. Endlich gibt es eine EU-Richtinie, die Unternehmen verpflichtet auch nicht-finanzielle Angaben zu ihrer Geschäftstätigkeit zu machen und dann hängt der Entwurf, der nach den Vorgaben aus Brüssel schon am 06. Dezember 2016 in Kraft treten sollte, im Parlament fest. Ja, muss das denn sein? Doch zurück auf Anfang.

Weiterlesen

Radical Collaboration – Interview with Jim Tamm (Part 2)

When I spoke to Jim Timm, the author of Radical Collaboration, in early November, we still didn’t know that Donald Trump would be elected President just two days later. In the second part of our interview (find part one here), Jim takes a critical look at the curriculum of business schools across the world, gives examples of collaboration in the highly contested field of U.S. politics, and throws in some valuable tips as to what corporate leaders can do to foster collaboration in their organizations. Weiterlesen

Misconceptions of Self-Organization

This post is a premiere because it is the first english text on this blog. On the one hand I wanted to widen the audience for the idea of Corporate Democracy and on the other hand this is meant to be a friendly shout out for my friends of the Metaphorum! For sure people who are used to think in systems will not be surprised by ‚my‘ findings, but maybe some of my German „NewWork“ fellows might feel a certain connotation of inconvenience.

Weiterlesen

Mitbestimmung light

Vor kurzem hat mich Dr. Andreas Schiel von arbeit: morgen auf einen interessanten Vorgang zum Thema Mitbestimmung aufmerksam gemacht: „Sozusagen von ganz oben kam am 19. April 2016 eine Einschätzung zur Zukunft der Arbeit: Acatech, die deutsche Akademie für Technikwissenschaften und die Jacobs Foundation haben mit Personalvorständen aus DAX-Konzernen und renommierten Wissenschaftlern einen ‘Human-Resources-Kreis’ gebildet und ihre Überlegungen zur Digitalisierung und zur Veränderung der Arbeitswelt als Publikation im Bundeskanzleramt vorgestellt.“ (#Sorgenvonmorgen 6) Andreas hat in seinem Blogbeitrag verschiedene Aspekte dieses knapp 40 Seiten umfassenden Papiers diskutiert, was mich inspiriert hat, das Dokument selbst zu lesen. Was ich fand, ist durchaus bedenklich.

Weiterlesen

Brexit und seine Bedeutung für Unternehmensdemokratie

Der Brexit ist ein historisches Ereignis mit weitreichenden Folgen, die niemand genau überblickt. Zu komplex sind die Wirkungsgefüge, in denen sich knapp 52% der Briten für den Austritt aus der EU entschieden haben. Allerdings reicht der gesunde Menschenverstand, um zu erkennen, das Demokratie in Form des durchgeführten Referendums augesprochen fraglich war und ist. Mich bewegen dabei vor allem zwei Sachverhalte: Erstens das EntscheidungsDesign und zweitens die demografischen Daten der jeweiligen Entscheidungslager. Beides gibt Anlass zu einer kritischen Reflexion demokraticher Mechanismen, die natürlich auch eine Bedeutung für die Demokratisierung der Arbeit haben.

Weiterlesen

Partizipation

Warum ist Partizipation wichtig?

„Wir waren ja eigentlich schon mal lauter und weiter“, sagte die ältere Dame neben mir halblaut, aber mit Nachdruck, „in Sachen Partizipation damals in den 70ern.“ Ich schmunzelte. Spontan dachte ich an Janis Joplin, Flower Power, freie Liebe und Revolution. An die riesige Sonnenbrille meiner Mutter, an die quietschbunten Hosen und knallkurzen Röcke.

Weiterlesen

Halbzeitkonferenz „Arbeiten 4.0“

Am 15. März 2016 fand in Berlin die Halbzeitkonferenz zum „Dialogprozess Arbeiten 4.0. Auf dem Weg zu einem Weißbuch“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales  statt. Dies war eine der wenigen Berührungspunkte mit der Öffentlichkeit, in der die Möglichkeit bestanden hätte, über den Diskurs der berufenen Expertenkommission („Beraterkreis“) hinter verschlossenen Türen hinaus verschiedenen Unterthemen von Arbeiten 4.0 mit interessierten Bürgerinnen und Bürgen zu diskutieren. Leider scheint das Ministerium eine völlig anderes Verständnis des Begriffs „Dialog“ zu haben, als gemeinhin üblich.

Weiterlesen

Die Ironie im Betriebsverfassungsgesetz

In der Vorbereitung auf die einstündige Livesendung „Lesart“ des Deutschlandradio Kultur unter der Überschrift „Die Macht der Manager – Mitbestimmung oder Autokratie in Unternehmen?“ kam mir eine intutitive Idee: Ich sollte das Betriebsverfassungsgesetz zumindest mal grob überfliegen. Ich machte mich an diese Aufgabe und fand etwas geradezu Unglaubliches. Erst glotzte ich nur entgeistert auf den Gesetzestext, dann begann ich zu lachen, dann stierte ich wieder nur fassungslos auf das, was der Gesetzgeber da eigentlich gemacht hat, schüttelte den Kopf, lachte, glotzte. Aber fangen wir von vorne an: Was ist eigentlich der Sinn des Betriebsverfassungsgesetzes?

Weiterlesen

Unternehmensdemokratie: Politisches Topthema

Allerspätestens seit April 2015 ist es amtlich: Unternehmensdemokratie steht als eines der zentralen Themen zur Zukunft der Arbeit ganz oben auf der politischen Agenda. Am 22. April stellte Andrea Nahles das „Grünbuch Arbeiten 4.0“ im Rahmen einer Auftaktkonferenz des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vor. Auf der Startseite zu diesem wichtigen Regierungsdokument wird erläutert, dass das Grünbuch „… bestimmende Trends, gewandelte Werte und wichtige Handlungsfelder der künftigen Arbeitsgesellschaft (skizziert). Es enthält eine Reihe konkreter Leitfragen, die einen breiten Dialog anstoßen sollen und unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Sozialpartnern, Verbänden und betrieblicher Praxis behandelt werden sollen.“ (http://www.bmas.de/DE/Service/Medien/Publikationen/A872-gruenbuch-arbeiten-vier-null.html)

Weiterlesen