Otto Dialog: Purpose und Handlungsvielfalt

Was geschieht, wenn ein Unternehmensberater, ein -demokrat, ein Psychologe und ein agile coach öffentlich zum Thema purpose diskutieren? Das Publikum diskutiert mit. 

Nachdem Karsten Schnelle und Dr. Andreas Zeuch über einen Artikel von Klaus Eidenschink gestolpert waren sind sie in einem schriftlichen Dialog darauf eingegangen. Bereits am 29.11.2019 sind Karsten und Andreas unter der fabelhaften Leitung von Julia von Winterfeldt bei soulworx in Hamburg zu einer öffentlichen Fortführung dieser Diskussion zusammengekommen. Keine Woche später kamen sie nun mit Klaus zusammen, um in den widewoodstudios die Diskussion erneut öffentlich aufzugreifen. 

v.l.n.r.: Klaus Eidenschink, Andreas Zeuch, Conny Dethloff, Karsten Schnelle

Die Diskussion im fishbowl war dabei grandios: 5 Stühle vorne, zu Beginn 4 davon von Karsten, Andreas, Klaus und Conny besetzt, und das Publikum war herzlich eingeladen nach vorne auf den freien Stuhl zu kommen und mitzudiskutieren. Tatsächlich setzten sich zwischendrin auch die Initiatoren gelegentlich ins Publikum und es entstand ein reger Austausch der Diskutierenden, sodass über zwei Stunden eine angeregte wie anregende Diskussion mit vielen Beteiligten entstand.

Die Diskussion hier in Gänze wiederzugeben überzöge sicherlich den Rahmen, ein paar Einblicke möchte ich jedoch gern vermitteln. Es ging um die Begriffe purpose, Sinn, Zweck, das Warum und das Wozu. Es ging um Außenspiegel und Überidentifikation, um die Frage ob und wie ein definierter purpose die Handlungsfreiheit von Mitarbeitern einschränkt oder die Destruktivität der Ideale. Klaus warnte regelmäßig davor, purpose moralisch aufzuladen, und die Frage ob Worte überhaupt mächtig genug sind, um zu beschreiben, worum es geht. Es ging um die Vorzüge anderer Sprachen und Sichtweisen, und Reflektion wurde als Sand im Getriebe des Erlebens identifiziert. 

Immer wieder kamen neue Fragen auf. Fangen Kinder eigentlich mit dem why an? Und was war ein purpose noch gleich? Er bietet eine Orientierung, aber wenn ich flexibel sein muss, habe ich meine Flexibilität aufgegeben. Das was viele eint in Worte zu fassen, ist schwierig, Funktionen hingegen können gut besprochen werden. Aber wer will schon noch funktionieren? Und was nicht ausdiskutiert werden kann, kann man ja aushandeln. Solange Unsicherheit erlaubt ist.

Letztlich war man sich trotz kontroverser Diskussion über eine große Bandbreite hinweg einig im Hinblick auf die Wichtigkeit von Autonomie, Mitbestimmung und eine angstfreie Möglichkeit zur Äußerung. Immerhin, denn ein Ergebnis gab es nicht. Allerdings wäre dies auch sinnfrei gewesen, und Anregungen zum Nachdenken bot der Abend genug. Ich freue mich aufs Verarbeiten des Erlebten, das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen und sich in vielen neuen Diskussion weiterführen. Vielen Dank an alle Beteiligten!

 

  • Purpose Dialog Karsten Schnelle & Andreas Zeuch, Teil 1
  • Purpose Dialog Karsten Schnelle & Andreas Zeuch, Teil 2

+++ Neue Konzepte für Neue Arbeit (#NKNA20) und Lean around the clock (#LATC2020) +++

Die hier vorgestellten Ergebnisse können wir auch gerne bei uns auf der #NKNA20 vom 19.-20.03.2020 in Mannheim diskutieren. Vielleicht hat auch einer der Teilnehmer*innen Lust, dieses Thema in einer Session anzugehen. Weitere Informationen: www.priomy.events

 

Herzliche Grüße

Govinda

 

Bildnachweis

  • Alle Bilder: ©Aurélie Riou, Otto GmbH & Co. KG
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