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EntscheidungsKompetenz, EntscheidungsKultur und EntscheidungsDesign

Alles ist eine Frage der Perspektive. Das gilt genauso für alles, was Entscheidungen in Organisationen betrifft. Unabhängig davon, ob eine Organisation traditionell topdown oder agil partizipativ organisiert und strukturiert wird, gib es in jedem Falle mindestens drei große und zentrale Bereiche organisationalen Entscheidens: EntscheidungsKompetenz, -Kultur und -Design. In allen Fällen spielt die individuelle EntscheidungsKompetenz der Führungskräfte und Mitarbeitenden eine genauso große Rolle, wie die jeweilige organisationale EntscheidungsKultur und das operative EntscheidungsDesign. In diesem Beitrag werde ich die einzelnen Begriffe definieren, ihre Bedeutung und inneren Zusammenhänge darlegen. Denn besonders im Falle von Transformationen hin zu Unternehmensdemokratie, Selbstorganisation etc. ist dieser Dreiklang zentral.

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Ist Unternehmensdemokratie eine verantwortungslose Utopie?

Im Wirtschaftsmagazin „enorm“ veröffentlichte Reinhard Sprenger einen ebenso überraschenden wie absolut erwartbaren Artikel: „Demokratie in Firmen geht nicht„. Ein Titel, ebenso prägnant wie riskant. Denn er beinhaltet eine Behauptung, die zu beweisen ist, wenn sie mehr als bloße subjektive Meinungsmache sein soll. Aber das Beste kommt erst danach im Teaser zum Artikel: „Demokratie in Unternehmen – wer diese Utopie fordert, lässt sich von seiner Gesinnung leiten, handelt aber nicht verantwortlich.“ Darin fällt mir zweierlei auf: Erstens die Diskreditierung eines aus der unternehmerischen Praxis nachweisbaren Führungskonzepts als „Utopie“. Zweitens die – freundlich formuliert – fragwürdige Feststellung, wer diese Utopie fordere, handele unverantwortlich. Angriff, so scheint es, ist die beste Verteidigung.

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Der Irrtum des Dualen Systems

Im August 2015 veröffentlichte Conny Dethloff seinen Blogpost „Das duale System der Unternehmensführung„. Er erläutert darin, dass und warum wir parallel Hierarchie und Netzwerke in Unternehmen und Organisationen brauchen. Er beruft sich in dem Post unter anderem auf den amerikanischen Unternehmensberater John Kotter, der in einem Video ebenfalls erläutert, das und warum dieses „duale System“ nötig ist. Sowohl in Kotters als auch Connys Argumentation gibt es allerdings ein paar Punkte, die ich anders sehe. Darauf gehe ich hier vor allem deshalb ein, weil dieser Ruf nach einem dualen System öfter zu lesen ist, meistens in der Variante dass wir heute traditionelle Führung brauchen, morgen eine netzwerkartige Struktur und übermorgen dann wieder, wenn die Zeiten es erfordern, das traditionelle Modell mit formal-fixierten Hierarchien. Diese Pendelbewegung zeigt sich gerne in der Variante Zentralisierung – Dezentralisierung – Zentralisierung. Darauf bin ich auch schon in „Alle Macht für niemand“ eingegangen und werde jetzt diese Thematik weiter vertiefen.

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